So, 27. Mai 2018

Nahaufnahme

10.10.2014 09:59

"Rosetta" fotografiert Brocken auf Komet "Tschuri"

Eine faszinierende Nahaufnahme eines rund 45 Meter großen Felsbrockens auf der Oberfläche des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko (kurz "Tschuri" oder 67P), hat die ESA-Sonde "Rosetta" zur Erde gefunkt. Er ist Teil einer Ansammlung von Felsen, die die Forscher an die Pyramiden von Gizeh in Ägypten erinnert, weshalb der Größte den Namen "Cheops" erhielt.

"Cheops" befindet sich auf der Unterseite des größeren Teilkörpers des Kometen, dessen Form an ein Quietscheentchen erinnert. Laut Angaben von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) gehören die vielen felsbrockenartigen Strukturen, die "Rosetta" auf der Oberfläche des Kometen "Tschuri" entdeckt hat, zu dessen auffälligsten und geheimnisvollsten Eigenschaften.

Aus 28,5 Kilometern Entfernung fotografiert
Gelungen ist die Nahaufnahme des rund 45 Meter großen Brockens mithilfe des wissenschaftlichen Kamerasystems OSIRIS (Optical, Spectroscopic, and Infrared Remote Imaging System) an Bord von "Rosetta" (kleines Bild) am 19. September aus einer Entfernung von 28,5 Kilometern. Mit OSIRIS kartiert ein Team unter der Leitung von HPS-Forscher Holger Sierks zurzeit die Oberfläche von 67P.

"Die Oberfläche von 'Cheops' erscheint zerklüftet und unregelmäßig", beschreibt Sierks den Brocken, der einen langen Schatten auf die Oberfläche von "Tschuri" wirft. Besonders faszinierend seien die kleinen Bereiche auf der Oberfläche des Brockens, die dieselbe Helligkeit und Textur aufweisen wie der Untergrund. "Es sieht fast so aus, als ob der lose Staub, der die Oberfläche des Kometen bedeckt, sich in den Ritzen abgelagert hat. Dies ist jedoch derzeit nur eine Vermutung", so Sierks.

Abgesehen von der Größenverteilung sind fast alle Merkmale der Felsblöcke auf 67P ein Rätsel für die Astronomen. Noch ist nicht klar, aus welchen Material sie bestehen, welche physikalischen Eigenschaften sie haben und wie sie entstanden sind.

Im November soll Lander auf 67P aufsetzen
Mitte November soll mit der Landeeinheit "Philae" zum ersten Mal in der Geschichte der Raumfahrt eine Sonde auf einem Kometen aufsetzen (siehe Infobox). Danach begleiten "Rosetta" und das Minilabor "Philae" 67P/Tschurjumow-Gerasimenko auf seinem Weg ins innere Sonnensystem. Gemeinsam werden sie im August 2015 den sonnennächsten Punkt erreichen und sich bis auf 195 Millionen Kilometer unserem Zentralgestirn nähern.

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