Do, 23. November 2017

Turing-Test positiv

10.06.2014 12:53

Tester hielten Chat-Supercomputer für Menschen

Ein Team britischer Wissenschaftler hat eine künstliche Intelligenz entwickelt, die erstmals den vom Mathematiker Alan Turing konzipierten Turing-Test bestanden hat. Für den Test mussten 30 Probanden je fünf Minuten lang mit einem vermeintlich 13-jährigen Burschen chatten. Tatsächlich handelte es sich um einen Supercomputer, von dem mehr als ein Drittel der Tester am Ende der Konversation glaubte, er sei tatsächlich ein Mensch.

Der Turing-Test wurde 1950 vom britischen Mathematiker Alan Turing entwickelt, um festzustellen, ob eine Maschine ein dem Menschen ebenbürtiges Denkvermögen zeigen kann. Turings Idee: Wenn ein Proband bei einer Unterhaltung mit einer Maschine nicht mit Sicherheit sagen kann, ob es sich um eine Maschine oder einen Menschen handelt, dann zeigt die Maschine eine dem Menschen ebenbürtige künstliche Intelligenz.

Im konkreten Fall haben Forscher der Universität Reading mit ihrem Supercomputer Eugene immerhin einem Drittel der Tester glaubhaft gemacht, sie würden sich mit einem 13-jährigen Burschen aus der Ukraine unterhalten. Eine so hohe Quote wurde bisher nicht erreicht. Die Leistung sei umso spektakulärer, weil der Supercomputer auf keinen vorgefertigten Katalog aus Gesprächsfloskeln zurückgreifen konnte, heißt es vonseiten der Uni Reading.

Eugene kann sich über jedes Thema unterhalten
Die Forscher rund um den russischen Programmierer Vladimir Veselov sind vor allem stolz darauf, dass ihre künstliche Intelligenz sich mit Menschen über jedes beliebige Thema unterhalten kann. Während frühere KI-Programme, die dem Turing-Test unterzogen wurden, höchstens ein Viertel der Jury von sich überzeugen konnten und sich dabei auf ein vordefiniertes Gesprächsthema beschränken mussten, schafft es die neue KI offenbar bei jedem Thema, ein Drittel der Jury davon zu überzeugen, sie sei ein Mensch.

Die Software hinter der künstlichen Intelligenz entwickelt Veselov seit mittlerweile 13 Jahren. In den letzten Jahren haben er und seine Mannschaft vor allem daran gearbeitet, ihrer Schöpfung eine "Persönlichkeit" zu geben, Eugene also möglichst menschlich wirken zu lassen. Dieses Ziel scheint erreicht: "Es ist eine bemerkenswerte Leistung für uns, und wir hoffen, das steigert das Interesse an künstlicher Intelligenz und Chatrobotern", sagt Veselov.

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