Mo, 28. Mai 2018

Soziale Schere

14.01.2014 08:09

Studie: Nur arme US-Teenager werden immer dicker

In den Vereinigten Staaten werden Jugendliche einer Studie zufolge wieder schlanker - allerdings nur, wenn sie aus wohlhabendem Elternhaus stammen, wie eine Studie von Forschern der Harvard-Universität zeigt. Teenager aus ärmeren Familien nehmen dagegen weiter zu. Hauptgründe für Gewichtszunahme sind Bewegungsmangel und falsche Ernährungsgewohnheiten.

Die Wissenschaftler werteten für ihre Studie zwei frühere Erhebungen in den USA aus und bezogen dabei sowohl das Einkommen als auch die Bildung der Eltern in ihren Vergleich mit ein. Zutage trat ein frappierender Klassenunterschied: Während sich das Gewicht bei Kindern von Eltern mit Hochschulabschlüssen seit Mitte des vergangenen Jahrzehnts im Schnitt verringerte, sei der Nachwuchs von Vätern und Müttern mit einfacher Schulbildung immer dicker geworden.

Mehr Einkommen - weniger Übergewicht
Ähnlich klaffte die soziale Schere demnach auseinander, wenn das Familieneinkommen zum Maßstab genommen wurde, heißt es in der Untersuchung, die in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften veröffentlicht wurde. Zwischen ethnischen Gruppen wurde nicht unterschieden.

Die gegenläufigen Trends gleichen sich in der Gesamtschau offenbar aus: Seit 2003/2004 stagniert die Fettleibigkeitsrate bei unter Zwölf- bis 17-Jährigen in den USA nach offiziellen Statistiken bei rund 17 Prozent. Zuvor hatte sich der Anteil übergewichtiger Jugendlicher in dieser Altersgruppe seit Ende der 1980er-Jahre nahezu verdoppelt.

Gebildete Familien treiben eher Sport
"Körperliche Betätigung ist der unterscheidende Faktor", kommentierte Ko-Autorin Kaisa Snellman den in der Studie herausgearbeiteten Klassenunterschied. "Gebildete Familien treiben viel eher Sport, gehen trainieren, Radfahren oder Wandern", sagte sie der Nachrichtenagentur AFP. Außerdem könnten sich viele ärmere Familien gesunde Lebensmittel kaum leisten.

Nach Angaben des US-Landwirtschaftsministeriums lebt ein Zehntel der Bevölkerung in einkommensschwachen Gegenden und hat keine Supermärkte in Laufentfernung. Den Studienautoren zufolge erledigen sie ihre täglichen Einkäufe deshalb besonders häufig in Tankstellen, Fast-Food-Restaurants und schlecht sortierten Straßengeschäften, "die vor allem Nahrungsmittel mit viel Fett, Zucker und Salz verkaufen".

1,46 Milliarden Menschen weltweit übergewichtig
Erst Anfang Jänner hatte das in London ansässige Overseas Development Institute alarmierende Zahlen veröffentlicht: Demnach ist mehr als jeder dritte Erwachsene weltweit zu dick. 1,46 Milliarden Erwachsene seien fettleibig oder übergewichtig, in Nordamerika sogar 70 Prozent, so die Wissenschaftler (siehe Infobox).

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden