Di, 12. Dezember 2017

Dunkle Fließspuren

11.12.2013 10:53

Neue Hinweise auf flüssiges Wasser auf dem Mars

Neue Aufnahmen der NASA-Sonde "Mars Reconnaissance Orbiter" (MRO) zeigen Spuren von flüssigem Wasser in Canyons am bislang für besonders trocken gehaltenen Mars-Äquator – und damit bei möglichen Landeplätzen künftiger bemannter Missionen zum Roten Planeten. Mit dieser Entdeckung knüpft ein internationales Team von Forschern an frühere Beobachtungen an.

Entdeckt wurden die dunklen Fließspuren (das Bild zeigt ebensolche am sogenannten Palikir-Krater) - die immer im Frühjahr erscheinen, während des Mars-Sommers anwachsen und im Winter wieder verschwinden - mithilfe von HiRISE (High Resolution Imaging Science Experiment), einer hochauflösenden Stereokamera an Bord von MRO (kleines Bild).

Fließspuren immer an gleichen Orten
Die Fließspuren tauchen in jedem Mars-Jahr an den gleichen Orten auf, wurden das erste Mal vor rund vier Jahren in moderaten südlichen Breitengraden entdeckt und werden als Beleg dafür gesehen, dass auf der Mars-Oberfläche flüssiges Wasser existieren könnte. Die Aufnahmen seien ein Highlight in der Mars-Forschung, sagt Nicolas Thomas vom Center for Space and Habitability der Universität Bern, der dem internationalen Forscherteam angehört.

"Die Oberfläche der Äquatorregionen des Mars galten bisher als besonders trocken und gänzlich frei von flüssigem oder gefrorenem Wasser", erläutert Alfred McEwen von der University of Arizona die Ergebnisse der Untersuchungen. Angesichts der neuen Aufnahmen müsse man diese Vorstellung wohl überdenken, so der Wissenschaftler.

Spuren über einen Kilometer lang
Wasserspuren, die in den Canyons des Vallis Marineris – einem weitläufigen Grabenbruchsystem, das sich längs des Mars-Äquators erstreckt – gefunden wurden, zeigen laut Nicolas Thomas, dass "flüssiges Wasser in äquatorialen Regionen – einem primären Ziel für zukünftige Landeplätze von Sonden – vorkommen könnte." Die längste dieser Spuren ziehe sich immerhin über einen Kilometer einen Abhang hinunter, schreiben die Forscher.

Die Fließspuren sind auch eines der wissenschaftlichen Ziele des Kamerasystems CaSSIS (Colour and Stereo Surface Imaging System), das mit der "ExoMars Trace Gas Orbiter"-Mission der europäischen Weltraumorganisation ESA im Jahr 2016 zum Roten Planeten fliegen wird.

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