Mo, 21. Mai 2018

"Stolze Serie"

29.12.2011 12:55

Feuerteufel-Trio legte in Wien 63 Brände - gefasst!

Ausgezündelt hat es sich für ein Trio, das 63 Brände in Wien gelegt haben soll. Wie das Landeskriminalamt am Donnerstag mitteilte, machte es den Feuerteufeln bereits kurz vor Weihnachten einen Strich durch die Rechnung. Seit Oktober 2011 trieben die Männer in den Bezirken Favoriten und Wieden ihr Unwesen - mehrere Menschen wurden zum Teil schwer verletzt, der Sachschaden ist enorm. Offenbar war den Verdächtigen einfach langweilig.

Bei den mutmaßlichen Tätern handelt es sich um zwei 19-jährige Burschen und einen 42-Jährigen. Ihnen wird vorgeworfen, vor allem Müllcontainer in Brand gesetzt zu haben, woraufhin die Flammen bisweilen auf Wohnhäuser übergriffen. Auch Mopeds und Kinderwagen zählten zu ihren Zielen.

Fassade in Favoriten brannte lichterloh
Die Serie nahm am 1. Oktober 2011 ihren Anfang. In der Folge häuften sich die Delikte nicht nur, sie wurden auch gefährlicher. Insbesondere sorgte am 7. Dezember eine Serie von fünf Bränden in Wien für Aufregung (siehe Infobox). Unter anderem war ein Müllcontainer in der Wiedener Paulanergasse in Brand gesteckt worden, die Flammen fraßen sich die Fassade eines angrenzenden Hauses hoch (siehe Bilder).

In Favoriten ging ein Container in einem Müllraum in Flammen auf, ebenso wie ein Kinderwagen. Wegen der starken Rauchentwicklung mussten Dutzende Bewohner mit Drehleitern gerettet werden – sechs erlitten Rauchgasvergiftungen.

Trio legte bei Einvernahme Geständnis ab
Schon bald kristallisierte sich bei den Taten ein Muster heraus: Die Brandstiftungen wurden stets zwischen 22 und 6 Uhr in der Nähe von Triester-, Favoriten- und Raxstraße begangen. Ausgeforscht wurden die Verdächtigen laut Exekutive durch penible Ermittlungen und vermehrte Streifenfahrten in der Umgebung der Tatorte - am 22. Dezember klickten für die Männer dann die Handschellen. Auf einen der Verdächtigen hatte die Polizei aufgrund ihrer vorherigen Recherchen bereits ein Auge geworfen. "Das letzte Zündhölzl hat uns aber gefehlt", sagte Gerhard Winkler, Leiter der Außenstelle Süd.

Im Zuge der Einvernahmen zeigten sich die drei Männer geständig. Die jungen Erwachsenen waren mit dem 42-Jährigen befreundet und übernachteten aufgrund ihrer schwierigen Wohnsituationen öfter bei ihm. Laut Winkler sind alle arbeitslos und dürften aus einem Frust-Bündel aus Langeweile, schlechten Lebensumständen und tristen Verhältnissen gehandelt haben. Lediglich einer der Festgenommenen könnte eine pyromanische Neigung haben.

42-Jähriger hatte offenbar "schlechte Vorbildfunktion"
Einen richtigen Rädelsführer gab es bei dem Trio nicht. Der 42-Jährige dürfte aber "eine schlechte Vorbildfunktion gehabt haben", wie Franz Panzenböck, Leiter der ermittelnden Gruppe, sagte. Das Trio sitzt in Untersuchungshaft.

Neben den Brandstiftungen könnten die Männer auch für zahlreiche Autoeinbrüche verantwortlich sein. Hier sind die Ermittlungen laut Polizei aber erst ganz am Anfang. Dass gleich drei Personen an der Serie beteiligt waren, war für die Polizei überraschend, denn in der Regel sind Brandstifter Einzeltäter.

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