Mi, 23. Mai 2018

Völlig neuer Ansatz

09.09.2011 15:50

Bakterium soll neue Waffe gegen Krebs werden

Geht es nach englischen und niederländischen Forschern, dann soll ein harmloses Bakterium, das im Erdboden lebt, eine neue Waffe im Kampf gegen die Geisel Krebs werden. Molekularbiologen der Universität Nottingham haben in einen Stamm des Bakteriums, das nur im Inneren von Tumoren wächst, ein genetisch verändertes Enzym eingeschleust, das in der Lage ist, ein Medikament zu aktivieren, das die Krebszellen (Bild) zerstört.

Für die neuartige Therapieform benützen die Forscher die Sporen des Bakterien des Clostridium sporogenes, das zu einer uralten Gruppe von Bakterien gehört, die sich auf der Erde entwickelte, bevor diese eine sauerstoffreiche Atmosphäre hatte. Aus diesem Grund gedeiht das Bakterium nur im Inneren von Tumoren, weil diese in der Regel schlecht mit Sauerstoff versorgt sind. "Wenn man Krebspatienten Clostridien-Sporen injiziert, dann wachsen diese nur in sauerstoffarmer Umgebung, d.h. im Zentrum von soliden Tumoren", weiß Nigel Minton von der University of York in Nottingham.

Im Tierversuch erfolgreich
Bei Tierversuchen haben die britischen Forscher gemeinsam mit Kollegen der Universität Maastricht anschließend ein Medikament in die Blutbahn gespritzt, das, nachdem es den Tumor erreicht hatte, durch das vom Bakterium erzeugte Enzym quasi "aktiviert" wurde und die Krebszellen in der Umgebung tötete. Dabei griff es nur die bösartigen Zellen an und verschonte das gesunde Gewebe.

Klinische Studien für 2013 geplant
"Mit dieser Art von Therapie können alle Arten von Tumorzellen getötet werden. Die Behandlung ist auch chirurgischen Verfahren überlegen, insbesondere dann, wenn der Tumor nur schwer zugänglich ist", zeigt sich Minton überzeugt. Erste klinische Studien sind für 2013 an der Universität Maastricht geplant.

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