Sa, 18. November 2017

1.300-km-Flug

22.08.2011 13:02

Waldrappe mit Fluglehrern auf Weg in ihr Winterquartier

Erstmals sind am Samstag von Salzburg aus 16 junge Waldrappe - geführt von menschlichen "Fluglehrern" in Leichtflugzeugen - in Richtung ihres Winterquartiers Laguna di Orbetello in der Toskana gestartet. Ende der 1990er-Jahre begannen Forscher, die seit Jahrhunderten fast ausgestorbenen Waldrappe wieder anzusiedeln und ihnen alte Zugvogelrouten neu beizubringen. Nun sind die Vögel in Anif zu ihrem 1.300 Kilometer langen Flug gestartet.

"Es war eine lange Vorbereitungszeit, und jetzt hoffen wir alle auf einen positiven Verlauf der Migration", so Stefanie Heese, eine der beiden "Ziehmütter" der Tiere. Sie führt die Vögel in einem Leichtflugzeug in ihr Winterquartier. Die mehr als drei Monate alten Jungvögel haben ein intensives Flugtraining hinter sich.

Zoo-Geschäftsführerin Sabine Grebner, der Anifer Bürgermeister Hans Krüger und Vizebürgermeister Josef Grasmann verabschiedeten sich persönlich von den Vögeln und dem Team. Sie übergaben Projektleiter Johannes Fritz eine Waldrapp-Snack-Bar. Der Vogelzug wird drei bis vier Wochen dauern. Und wie bei einer natürlichen Migration wird der Großteil der Zeit aus Pausentagen besteht. An diesen Ruhetagen können es sich dann die 16 Waldrappe an der Snack-Bar mit Mehlwürmern gut gehen lassen.

Nach zwei Tagen Pause geht es über die Grenze
Im vergangenen Jahr benötigten die Vögel aus Oberösterreich nur sieben Tage reine Flugzeit. "Die Flugdistanzen im vergangenen Jahr waren enorm. Die mittlere Tagesstrecke lag bei rund 180 Kilometern, die maximale Flugdistanz bei 275 Kilometer", so Fritz.

Nach dem Abflug von Anif ist die Schar am Samstag in 4:42 Stunden 237 Kilometer bis in die Nähe von St. Pölten geflogen. Nach zwei Pausentagen soll es am Dienstag bereits über die Grenze nach Slowenien gehen.

In Oberösterreich gab es erst vor rund drei Wochen Grund zum Jubeln: Erstmals seit 400 Jahren hat es ein Waldrapp geschafft, selbstständig aus dem Winterquartier in der Toskana zurück über den Alpenhauptkamm zu fliegen. Er kam zwar zur Brut um fast vier Monate zu spät, das Weibchen war aber ohnedies noch nicht geschlechtsreif.

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