Sa, 25. November 2017

Notfallplan steht

15.03.2011 10:02

Land ob der Enns doch noch für Atomkrise gerüstet

In Oberösterreich hat in den vergangenen Tagen Chaos um Atom-Notfallpläne und Polit-Zuständigkeiten bei einem Supergau geherrscht. Jetzt scheint man fündig geworden zu sein. "Wir sind mit dem Strahlenalarmplan für den Ernstfall gerüstet", sagt LH Pühringer, der das Katastrophenmanagement bei einem nuklearen Störfall in grenznahen Schrott-AKWs über hätte.

"Wir haben damals von Tschernobyl viel gelernt – und wären auch jetzt auf einen Störfall gut vorbereitet", beruhigt Erich Haager vom Krisenmanagement des Landes. Schon 1986, bei der nuklearen Katastrophe in der Ukraine, war er mit eingebunden. "Wir befinden uns auch angesichts der Situation in Japan auf internationalem Spitzenniveau in puncto Sicherheit, es gibt laufend Übungen der Strahlenspürtrupps.

Außerdem sind wir in Oberösterreich hervorragend ausgerüstet", hält Haager nichts von Panikmache und vertraut auf den Strahlenalarmplan des Landes, dessen Existenz LH Josef Pühringer nun endlich nach großer Verwirrung um politische Zuständigkeiten im Falle einer nuklearen Katastrophe bestätigt hat. Kommt es zu einem Störfall in Temelín oder beim vor dem Aus stehenden Isar 1-Kraftwerk, würde alles in geregelten Bahnen ablaufen, verweist Pühringer auf das streng geheime, 70 Seiten umfassende atomare Notfallkonzept für Oberösterreich.

Landesweite Katastrophenschutz-Übung
Antiatomkämpfer wie Roland Egger sind hingegen trotz aller Sicherheitspläne beunruhigt: "Ich möchte mir das Chaos nicht ausmalen, wenn eine radioaktive Wolke über Oberösterreich niedergehen würde", fordert Egger vom zuständigen Landesrat Max Hiegelsberger 2011 eine landesweite Katastrophenschutz-Übung, die es auch geben wird.

Immerhin würde sich ein Super-GAU nicht danach richten, ob ein Land darauf vorbereitet sei oder nicht. Auch bei den Oberösterreichern dürfte die Atom-Kastastrophe in Japan Angst ausgelöst haben. In den Linzer Apotheken hat sich die Nachfrage nach Jodtabletten vervielfacht.

von Claudia Prietzel, "OÖ Krone"

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