Di, 12. Dezember 2017

Absprung geschafft

28.08.2010 17:50

Ehemals Süchtige spricht: "Mama half mir aus der Hölle!"

Mit dreizehn hat sie ihr erstes Hasch geraucht, mit 15 jeden "Stoff" probiert, der in Kärnten zu haben war. Sie wurde gegen Drogen an Männer "vermietet" und vergewaltigt. Dann fand eine Kärntnerin aber mit Hilfe ihrer Eltern den Weg aus dieser Drogenhölle. Jetzt kämpft sie Tag für Tag, um ihr gutes Leben zu behalten.

"Ich bin stark!" – Das ist wie ein tägliches Gebet für eine 25-Jährige, seit sich diese vor sieben Jahren vorgenommen hat, von den Drogen loszukommen. Drogen, zu denen sie nur die Neugierde getrieben hat: "Es gab keinen andern Grund. Mein Elternhaus war toll; ich hatte ein super Verhältnis zu meiner Mutter. Mit Freunden wollte ich halt einmal probieren."

"Meine Tochter wäre dreimal beinahe an Drogen gestorben", erinnert sich die Mutter: "Die Ärztin rief mich an und meinte, ich müsse mich beeilen, wenn ich sie noch lebend sehen wolle." Doch kaum brachte die Frau das junge Mädchen nach Hause, ging es wieder seine eigenen Wege.

"Ich hatte mir das selbst eingebrockt"
Diese führten ins Verderben! "Sie hat sich mit üblen Leuten eingelassen, wurde kriminell und landete schließlich bei einer Bande, die Mädchen für Drogen vermietet und vergewaltigt hat", erfuhr die Mutter erst später von der jungen Frau. "Ich hab' mich so für das alles geschämt", erklärt die 25-Jährige. Und sie meint: "Aber ich hatte mir das doch selbst eingebrockt."

Die ganze Familie litt jahrelang  – dann schaffte das Mädchen den Absprung. Sie erklärt auch, wie: "Meine Mutter half mir aus der Hölle. Sie hat mich nie weggeworfen. Ich wusste, da ist jemand, zu dem ich immer gehen kann. Irgendwann hab' ich auch kapiert, dass mich die Drogen nur zerstören."

Nach dem Entzug geht's bergauf
Nach dem Entzug geht's endlich bergauf. Sie studiert, betreut liebevoll ihre sechsjährige Tochter: "Sie war Anstoß für den Entzug!" Und ist dankbar, dass diese gesund ist: "Ihr Vater war ja auch abhängig." Sie trennte sich von ihm, weil sie nicht wollte, dass das Kind seinen Vater einmal mit einer Nadel im Arm sieht. Vor vier Jahren starb er.

Jeder Tag ohne Stoff ist hart für die Kärntnerin, aber jeder Tag ist auch ein Geschenk für sie: "Erst nachdem man durch so eine Hölle gegangen ist, weiß man, was es wirklich bedeutet, am Leben zu sein."

von Serina Babka, "Kärntner Krone"
Symbolbild

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