Mo, 11. Dezember 2017

Stich ins Herz

27.08.2010 16:05

Prostituierte (22) in Fünfhaus ermordet, dann Feuer gelegt

In der Gebrüder-Lang-Gasse 15 in Rudolfsheim-Fünfhaus ist in der Nacht auf Freitag eine Frau tot aufgefunden worden. Sie wies 40 Messerstiche auf, einer davon traf direkt das Herz. Beim Opfer handelt es sich laut Polizei um eine 22-jährige Slowakin, die als Prostituierte arbeitete. Nachdem die Kriminalisten zunächst von mehreren Parallelen zu ungeklärten Morden in Niederösterreich sprachen, wird ein Zusammenhang mittlerweile ausgeschlossen.

Offenbar hatte die studierte Wirtschaftswissenschafterin gehofft, in Österreich einen gut bezahlten Arbeitsplatz zu finden. Aber der Traum zerplatzte – es ergaben sich nur Gelegenheits-Jobs als Buchhalterin. Nachbarn munkeln, sie hätte sich als Callgirl ihr Gehalt aufgebessert und das den meisten Bekannten  und Freunden verschwiegen. Fest steht, dass sie über eine Agentur als "Tänzerin" nach Wien vermittelt wurde.

Fester Freund offenbar wie vom Erdboden verschluckt
Die Slowakin war in Wien ganz offiziell als Prostituierte gemeldet und dürfte laut Polizeisprecherin Iris Seper in der Wohnung, in der sie ermordet wurde, ihre Kunden empfangen haben. Als die beiden Männer die Tote fanden, sei die Eingangstür lediglich angelehnt gewesen. Vermutlich verbarg sie diese Seite ihres Lebens auch vor ihrem festen Freund, der derzeit wie vom Erdboden verschwunden ist. "Es ist selbstverständlich, dass wir auch das persönliche Umfeld des Opfers genau durchleuchten", so ein Polizist zur "Krone".

Leiche von zwei Bekannten zufällig entdeckt
Die junge Frau wurde gegen 1 Uhr von zwei jungen Männern gefunden. Der 21- und der 22-jährige Wiener gaben an, mit der Slowakin befreundet gewesen zu sein. Sie hätten diese besuchen wollen. Mit der Tat sollen die beiden nichts zu tun haben, so die Polizei.

Der oder die Täter hatten in der Wohnung zudem mehrere Brandherde gelegt, es kam allerdings nur zu Rauchentwicklung und leichtem Glosen. Da auch bei den Fällen in Niederösterreich zwei Prostituierte umgebracht und anschließend angezündet worden waren, schloss die Polizei zunächst eine Verbindung nicht aus.

Tödlicher Stich mitten ins Herz
Derzeit werden die beiden Bekannten der Toten einvernommen. Der Gerichtsmediziner geht nach ersten Erkenntnissen davon aus, dass der Mord in den vergangenen 24 Stunden, frühestens in der Nacht auf Donnerstag, geschehen sein muss. Der tödliche Stich traf die 22-Jährige direkt ins Herz, das ergab eine erste Untersuchung durch den Gerichtsmediziner. Die Tatwaffe, ein Messer, konnte bisher nicht sichergestellt werden.

"Keine neuen Erkenntnisse" bei Prostituiertenmorden
Bei den zwei Fällen in Niederösterreich, die zunächst zu dem Mord in Wien Parallelen aufwiesen, gebe es "keine neuen Erkenntnisse", sagte Oberst Franz Polzer, der Leiter des Landeskriminalamtes, am späten Freitagvormittag.

Am 6. August 2007 war in Asparn an der Zaya (Bezirk Mistelbach) eine unbekleidete Frau aufgefunden worden, die durch zahlreiche Messerstiche getötet worden war und deren Hände im Bereich der Handgelenke abgetrennt waren. Die Leiche war angezündet worden. Beim Opfer handelte es sich um die 23-Jährige Tschechin Katerina Vavrova. Die Frau war in Wien als Prostituierte registriert.

Am 30. Mai 2010 wurde bei Hohenruppersdorf (Bezirk Gänserndorf) eine nackte, halb verbrannte Tote aufgefunden. Todesursache: Schädel-Hirn-Trauma, erlitten durch drei wuchtige Schläge mit einem stumpfen Gegenstand auf den Kopf. Das Opfer, die 24-jährige Bulgarin Petya Filkova, war seit zwei Jahren als Prostituierte in Wien tätig. Auch in der Steiermark und in Kärnten hat es jeweils einen ähnlichen Fall gegeben, wobei die Opfer bis heute nicht identifiziert werden konnten.

von Brigitte Blabsreiter (Kronen Zeitung) und wien.krone.at
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