Di, 12. Dezember 2017

K2-Gipfeldrama

07.08.2010 16:45

Kaltenbrunner: "Ich kann nicht glauben, was passiert ist"

Alpinistin Gerlinde Kaltenbrunner hat nach der Tragödie am K2, bei der am Freitag ihr schwedischer Bergkamerad Fredrik Ericsson (Bild) beim Aufstieg zum Gipfel tödlich verunglückt ist, das Basislager erreicht. Der Schock über den Tod des Bergsteigers sitzt tief. In einem Interview mit dem ORF sagte die 39-Jährige: "Ich kann es auch gar nicht recht glauben, dass das passiert ist."

"Ich habe nur gesehen, dass er stürzt und dass es ihn überschlägt. Er hat noch kurz geschrien und dann war er weg", sagte Kaltenbrunner in dem Interview. Laut dem Bericht sollen sich die beiden beim gemeinsamen Aufstieg gegenseitig gesichert haben: "Bei den weniger steilen Passagen haben wir das Seil weggegeben. In einer solchen Passage im Flaschenhals wollte er einen Haken schlagen, weil eine steilere Passage gekommen wäre. Da muss ihm ein ziemlich großer Brocken ausgebrochen sein."

Ehemann spricht von "Leichtsinnsfehler"
Ihr Ehemann, der deutsche Bergsteiger Ralf Dujmovits (48), führte den Tod des Schweden im dpa-Gespräch auf einen Leichtsinnsfehler zurück. Ericsson soll kurz vor dem Absturz entschieden haben, sich doch lieber sichern zu wollen. Beim Einschlagen eines Hakens habe er sich dann zu wenig auf seinen festen Stand konzentriert und sei abgerutscht: "Er hat einfach einen Leichtsinnsfehler gemacht." Mit dem schlechten Wetter habe der Unfall nichts zu tun gehabt.

Gerlinde Kaltenbrunner meinte, dass es am K2 heuer "abnormal warm" sei und daher auch die Steinschlaggefahr sehr groß. Abgesehen davon wären die Verhältnisse aber perfekt gewesen. Ob sie noch einen Aufstieg auf den K2 versuchen wird, beantwortet die Alpinistin gegenüber dem ORF so: "Ich muss erst einmal ein paar Tage vergehen lassen, aber die Leidenschaft ist in mir. Ich werde sicherlich in die Berge zurückkehren, ob es der K2 sein wird, kann ich jetzt noch nicht sagen."

Schnellstmögliche Rückreise
Laut Kaltenbrunner-Sprecherin Kathrin Furtner wollen die Alpinistin und ihr Ehemann noch am Samstag den Rückweg antreten. Der genaue Zeitpunkt für die Heimreise nach Österreich sei aber unklar, aufgrund der schweren Überflutungen in Pakistan ist mit Verzögerungen zu rechnen.

Tragödie ereignete sich in den Morgenstunden
Die Tragödie am Berg hatte sich sich am Freitag in den frühen Morgenstunden ereignet. Kurz nach 8 Uhr meldete sich Gerlinde Kaltenbrunner mit Entsetzen bei ihrem Mann und berichtete, dass ihr Begleiter Fredrik Ericsson an ihr vorbei gestürzt sei.

Kaltenbrunner stieg ab, mit anderen Bergsteigern suchte sie nach dem Verunglückten. In 7.200 Metern Höhe bei Lager III entdeckten sie schließlich den reglosen Körper von Ericsson. Aufgrund der gefährlichen Verhältnisse am Berg entschlossen sich die Alpinisten in Rücksprache mit dem Vater des Toten, die Leiche am Berg zurückzulassen.

"Meine Welt brach zusammen"
Für besondere Anteilnahme sorgte die Todesnachricht in Ericssons Heimat Umea. Zahlreiche Poster kondolierten schon am Samstag via Internet der Familie und den Freunden von "Frippe", wie sein Spitzname im Freundes- und Bekanntenkreis lautete.

Die Todesnachricht auf der persönlichen Homepage Ericssons schrieb sein Freund David Schipper, der schon davor einen Großteil der Blogs über die Expedition auf Basis von Satellitentelefonaten mit dem Schweden geschrieben hatte: "Ich wurde heute frühmorgens von einem Anruf der Freundin von Trey (Cook, einem der Bergkameraden Ericssons, Anm.) geweckt. 'Frippe ist tot.' Meine Welt brach zusammen."

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