Fr, 17. November 2017

„Bin ein Sparefroh“

29.10.2009 14:47

Sparkassen-Chef Markus Limberger im „Krone“-Talk

Sparschweine und Kunst zieren sein Büro – am Tisch das Sparkassen-Maskottchen "Sparefroh". Dass er selbst einer ist und nicht alles auf eine Karte setzt, erzählt Generaldirektor Markus Limberger (Bild) im "Krone"-Interview mit Redakteurin Sabine Traninger.

"Krone": Weltspartag  – Herr Generaldirektor, wie wichtig ist den  Menschen in Oberösterreich denn das Sparen?
Limberger: Sehr. Jeder will sein finanzielles Niveau halten.

"Krone": Nicht nur Erwachsene nutzen den Weltspartag, speziell die Kinder freuen sich darauf. Wie war das bei Ihnen als Kind – mit wem gingen Sie los, das Sparschwein leeren?
Limberger: Mit meiner Mutter – es war immer etwas ganz Besonderes. Ich hatte auch kein Porzellanschwein, wie man es heute kennt, sondern eine Pappbüchse, die von silbernen Klebestreifen zusammengehalten wurde. Da war die Verlockung stets groß, die Büchse zu öffnen.
 
"Krone": Und wie sparen Sie heute?
Limberger: Ich bin ein Sparefroh (lacht). Mein Motto ist, das Vermögen immer zu streuen. Nicht alles auf eine Karte.

"Krone": Ist der Weltspartag überhaupt noch zeitgemäß?
Limberger: Er ist moderner und attraktiver denn je. Spareinlagen haben sich seit 190 Jahren bewährt.

"Krone": Wie schaut  ein typischer Tagesablauf am "Geldtag des Jahres" für Sie aus?
Limberger: Ich komme um 8.30 Uhr in die Bank, trinke mit Pensionisten einen Kaffee oder ein anderes Getränk. Um 10 Uhr empfange ich erste Politiker – die ziehen durch alle Banken, aber das stört mich nicht.

"Krone": Wie war's, als Sie in der Bank zu arbeiten begonnen haben?
Limberger: (Lacht) Da war Dienst an der Front – beim Kunden – angesagt. Da mussten wir noch alle Münzen mit der Hand zählen. Ältere Mitarbeiter gingen da schon in Deckung, wenn eine Schulklasse mit ihren Sparbüchsen angekommen ist. Am Abend konnte man schon am Münz-Gewicht den Betrag feststellen.

"Krone": Nun haben Sie ja auch immer unmittelbar vor dem Weltspartag Geburtstag.
Limberger: Ich hab' mich nie feiern lasen. Runde Geburtstage verbringe ich immer im Ausland. Damit man nicht auf die Idee kommt, mich hochleben zu lassen oder zu beschenken. Familiär kann man's nicht vermeiden, aber im Beruf.

"Krone": Ein Beruf, der eigentlich als trocken und zahlenorientiert gilt – welchen Ausgleich haben Sie zu Ihrer Arbeit?
Limberger: Sport. Ich hab' so gut wie jeden Ballsport betrieben. Überhaupt kann man sagen, ich hab’ mir aus dem Sport viel für den Beruf mitgenommen. Jeder Sportler weiß, dass es einen Nullpunkt gibt.

"Krone": Die Wirtschaftskrise ist wohl so ein Nullpunkt.
Limberger: Ja, da war aber die Bankwirtschaft genauso überrascht. Und jeder, der behauptet, er hat die Krise kommen gesehen, das ist G'scheitheit im Nachhinein.
 
"Krone": Ihre Prognose?
Limberger: Es können sich Möglichkeiten auftun, die wir momentan gar nicht sehen können.

"Krone": Apropos sehen – sehen Sie sich ab und zu schon im verdienten Ruhestand?
Limberger: Schauen Sie, mein Vertragsverhältnis dauert noch bis 2013. Wenn ich gesund bin, will ich daran auch nichts ändern.
 
"Krone": Und wenn Sie dann aber einmal gehen?
Limberger: Dann geh' ich. Ich reise bestimmt viel, werde noch meine beruflichen Nebengschäftln haben und meiner Frau bestimmt nicht den Einkauf abnehmen. Ich werde all die Sonderangebote garantiert nicht auswendig lernen (lacht).

"Krone": Aber auf der Bank würden Sie am Weltspartag schon vorbeischauen.
Limberger: Ich werd' meine Kollegen sicher nicht all meine Zehnerln zählen lassen (lacht).

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