Fr, 27. April 2018

„Gute Nachrichten“

31.03.2018 10:00

Eine untrennbare Verbindung

In ihrem teilweise autobiografischen Roman „Nur zu zweit“ erzählt Monika Karner die Geschichte einer Mutter mit autistischem Kind. Sie selbst hat einen Sohn, der von der Entwicklungsstörung betroffen ist. Auch deshalb setzt sich die Vorarlbergerin dafür ein, dass Autisten mehr Verständnis entgegengebracht wird.

Die Diagnose, ihr Sohn Rudi sei Autist und nicht geistig behindert, bekam Monika Karner erst spät, er war bereits Mitte vierzig. „Was für mich bitter ist: Hätte ich meinen Sohn später geboren, hätte er viel mehr Chancen gehabt“, so die ehemalige Journalistin. Geschätzt 90.000 Menschen in Österreich leiden an der Entwicklungsstörung, die unter anderem durch den Hollywoodfilm „Rainman“ berühmt wurde. Doch das Bild, das in Filmen vermittelt wird, ist trügerisch: Die autistischen Hauptcharaktere faszinieren mit ihrer überdurchschnittlichen Intelligenz, die Lebensrealität sieht oft anders aus. Autisten nehmen ihre Umgebung oft anders wahr, als die meisten Menschen. Der Schweregrad der Entwicklungsstörung, die die Informationsverarbeitung im Gehirn beeinflusst, ist bei den Betroffenen unterschiedlich ausgeprägt. Dieses „anders“ sein ist für Angehörige eine große Herausforderung.

Schon früh trennte sich Monika Karner von Rudis Vater, der dieser Belastung nicht standhalten konnte und sich in den Alkohol flüchtete. Ihr Sohn wurde zur Lebensaufgabe, das Leben mit dem 51-Jährigen Sohn bestimmt bis heute ihr Dasein. Wenn er jedes zweite Wochenende zu Besuch kommt, muss sie immer noch aufpassen, dass er keine Seifenlösung trinkt oder bei der Nachbarin Süßigkeiten und Sekt „vernichtet“. Unermüdlich kämpft Monika Karner für Verständnis und bessere Lebensbedingungen für Autisten, investiert viel Zeit als ehrenamtliche Mitstreiterin des Vereins „Autistenhilfe Vorarlberg“.

Die schwierigen Erfahrungen haben aber auch ein ganz besonderes Band zwischen Mutter und Sohn gefestigt: „Seit seinem ersten Schrei bin ich untrennbar mit Rudi verbunden. Niemand, kein Gott, kein Mann, kann die Nabelschnur durchtrennen“, schreibt die Vorarlbergerin in ihrem Roman.

Am 2. April ist Welt-Autismus-Tag, Informationen und Hilfe finden Sie unter www.autistenhilfe.at

 Ombudsfrau
Ombudsfrau

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden