Mi, 25. April 2018

„Albtraum ist zu Ende“

25.03.2018 13:54

Flüchtlings-Hotspot auf Lampedusa geschlossen

Der Flüchtlings-Hotspot auf der süditalienischen Mittelmeerinsel Lampedusa ist auf unbestimmte geschlossen worden! Die letzten 47 tunesischen Migranten, die sich darin aufhielten, haben die Insel bereits verlassen. In den vergangenen Monaten kam es immer wieder zu Gewalt, Diebstählen oder Protesten von Migranten. Der Bürgermeister, der bereits im Herbst eine Schließung gefordert hatte, atmete jetzt erleichtert auf: „Ein Albtraum ist zu Ende.“

Bürgermeister Salvatore Martello hatte zuletzt wiederholt beklagt, dass Lampedusa zu einem Hotspot unter freiem Himmel geworden sei. Zuletzt war es immer wieder zu Problemen mit den tunesischen Migranten auf der Insel gekommen, beklagte sich der Bürgermeister. Die Gefahr für die öffentliche Sicherheit sei groß gewesen.

„Wir hoffen in Zukunft, in Ruhe auf unserer Insel leben zu können“
„Ich erwarte mir, dass Lampedusa ab sofort eine ruhige Sommersaison erleben kann. Wir hoffen in Zukunft, in Ruhe auf unserer Insel leben zu können. Wir haben jahrelang mit dem ständigen Druck der Flüchtlingsankünfte gelebt, ohne reagieren zu können. Das war wirklich ein Drama“, sagte Martello. Zuletzt war es auf Lampedusa immer wieder zu Protesten tunesischer Migranten gekommen. Sie protestierten, dass sie wochenlang auf der Insel verbringen mussten. Sie drängten, nach Sizilien gebracht und nicht in ihre Heimat zurückgeführt zu werden.

Aufnahmelager wird jetzt renoviert
Wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA am Sonntag berichtete, sollen in den nächsten Tagen die Renovierungsarbeiten des Aufnahmelagers beginnen. Die Restaurierung war vor zwei Wochen vom Innenministerium angekündigt worden. Der Beschluss wurde gefasst, nachdem Migranten einen Teil des Hotspots in Brand gesetzt hatten, bei dem ein Teil des Lagers zerstört wurden. Doch bereits zuvor hatten Hilfsorganisationen die Bedingungen in dem Lager angeprangert. 

2017 wurden 9000 Flüchtlinge auf Lampedusa untergebracht
Das Lager war zuletzt nur noch ein Zentrum für die Registrierung von Flüchtlingen. Im vergangenen Jahr wurden 9000 der 119.000 Flüchtlinge, die über das Mittelmeer nach Italien gelangten, auf Lampedusa untergebracht, darunter viele Tunesier. Die Insel liegt näher an Afrika als am italienischen Festland und war durch die wiederholten Unglücke von Flüchtlingsbooten in ihrer Nähe bekannt geworden.

 krone.at
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