Mo, 26. Februar 2018

Lootboxen droht Verbot

05.02.2018 13:42

Videospiele werden Glücksspielen immer ähnlicher

Videospiele werden Glücksspielen immer ähnlicher. Das ist das Ergebnis einer bislang noch unveröffentlichten Studie der Universität Hamburg im Auftrag der deutschen Landesmedienanstalten. Diese erwägen daher nun, bestimmte Spielelemente wie Lootboxen zu verbieten, wie die "Welt am Sonntag" berichtet.

Die Forscher nahmen demnach die Geschäftsmodelle der Spielebranche genauer unter die Lupe. Ihr Fazit: Wenige Spieler zeichnen für einen Großteil der Umsätze verantwortlich – ein "typisches Merkmal von Glücksspielmärkten", zitiert die "Welt am Sonntag" aus der noch unveröffentlichten Studie.

Viele Hersteller lukrieren ihre Umsätze demzufolge zu immer größeren Teilen aus Kleinstkäufen innerhalb der Spiele, mit denen sich Gamer einen Spielvorteil verschaffen. 2016 wurden mittels des sogenannten Pay2Win-Modells weltweit acht Milliarden Euro in die Kassen der Publisher gespült. Für 2017 rechneten die Fortscher mit einer Umsatzsteigerung von knapp 30 Prozent auf mehr als zehn Milliarden Euro, hieß es.

Kaufappell an Kinder und Jugendliche
Bei den Landesmedienanstalten erwägt man daher offenbar ein Verbot sogenannter Lootboxen. Denn die virtuellen Kisten mit ihren zusätzlichen Waffen und anderen teils kostenpflichtigen Extras könnten "gegen das Verbot von Kaufappellen an Kinder und Jugendliche" verstoßen, so Wolfgang Kreißig von der Jugendschutz-Kommission gegenüber der Zeitung.

Wäre dies der Fall, drohe den Spieleanbietern ein Bußgeldverfahren, im schlimmsten Fall sogar ein Verkaufsverbot. Eine Entscheidung soll dem Bericht nach im März fallen.

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