Di, 24. April 2018

„Man Of The Woods“

06.02.2018 07:00

Justin Timberlake: Mehr Familie als Lagerfeuer

Es ist kein Countryalbum! Das stellt Justin Timberlake in einem Instagram-Clip ein für alle Mal klar. "Man Of The Woods" sei seinem zweijährigen Sohn Silas gewidmet, dessen Name genau das bedeute. Dabei hat der inzwischen bärtige Mann aus Memphis, Tennessee, genau diesen Gerüchten zuvor selbst Zunder gegeben. Etwa mit dem Album-Trailer: Mal im Maisfeld, dann am Lagerfeuer - dazu Pferde und Berge.

Das Werk sei jedenfalls sein bisher persönlichstes, inspiriert von seiner Familie und seinen Wurzeln. Das Ziel: ein moderner Südstaatensound. "Filthy", die erste Vorab-Single, ist alles andere als Country: von Langzeit-Buddy Timbaland mitproduzierter Future-Funk mit kratzigen Synths und ordentlich Wumms - Schreie, Stöhner und Löwenbrüllen inklusive. Im Video spielt Timberlake einen Erfinder, der einen Roboter nach seinen Vorgaben tanzen lässt. Inszeniert hat das Ganze Mark Romanek, der schon beim 2016er Megahit "Can't Stop The Feeling!" (aus dem Film "Trolls") Regie führte.

Dort wird er wieder einmal beweisen, was man schlicht anerkennen muss: Der "Prince of Pop" ist ein begnadeter Entertainer. Nach ersten Erfolgen im Mickey Mouse Club und als Front-Boy von *NSYNC ging die Karriere des Chorleiter-Sohns in den 2000er-Jahren mit seinen von R'n'B und Soul, aber auch von Rap und Rock geprägten Soloalben "Justified" und "FutureSex/LoveSounds" steil voran. Michael Jackson, Prince, Stevie Wonder und Elvis Presley zählt er zu seinen Idolen. Immer wieder markant: Justins Falsett-Gesang. An Songs wie "Senorita", "Like I Love You" oder "SexyBack" kam kaum ein Clubgänger vorbei - und wollte es auch gar nicht. Nebenbei versuchte Timberlake sich als Schauspieler, etwa in "The Social Network" oder aktuell in Woody Allens "Wonder Wheel".

Fünf Jahre nach dem zweiteiligen Album "The 20/20 Experience" zeigt sich Justin Timberlake nun mit "Man Of The Woods" von seiner familiären Seite. In den 16 Songs geht es vor allem um seine Vaterrolle und die Liebe zu seiner Frau, der Schauspielerin Jessica Biel, die mehrfach kommentierend zu hören ist. Eine musikalische Neuerfindung ist das nicht. Doch zwischen vertraut groovenden Gitarren und verspielten Beats - etwa im titelgebenden Track oder in "Sauce" - tauchen dann doch einige Countryeinflüsse auf: eine Mundharmonika im eigentlich house-lastigen "Midnight Summer Jam", Geigen in "Livin' Off The Land", durch das eine markante Basslinie marschiert, oder Landhausfeeling in "Flannel", einem flauschigen Wiegenlied.

Und, natürlich, das halbakustische Duett mit Chris Stapleton, "Say Something". Er mit Countryhut, Justin im Karohemd, singen sie im Video in sakraler Atmosphäre samt wuchtigem Chor: "Sometimes the greatest way to say something, is to say nothing at all" und "Maybe I'm looking for something I can't have". Stapleton lieferte auch gleich noch die Lyrics für die Ballade "Morning Light" mit Soul-Queen Alicia Keys.

Wer nun Angst vor zu viel Heimeligkeit hat, sei beruhigt: "Man Of The Woods" bietet noch genügend tanz- und kopfnickkompatible Beats. Dafür hat auch Co-Produzent Pharrell Williams gesorgt, der Mastermind hinter dem Endzeitstimmung verbreitenden "Supplies", von dem vor allem die Sitar-Klänge und die "Brrrr!"-Rufe im Gedächtnis bleiben. Den letzten Ton liefert dann aber doch Söhnchen Silas: einen Schmatzer für "Daddy" im poppigen "Young Man". Ein Familienalbum eben.

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Zweite deutsche Liga
Nürnberg nach 3:1-Sieg in Kiel nahe am Aufstieg
Fußball International
Neuer Chef für Lindner
Ex-Austria-Trainer Fink neuer Grasshoppers-Coach
Fußball International
30. Erste-Liga-Runde
Ried „wurschtelt“ sich beim FAC zu 4:2-Sieg
Fußball National
Insgesamt 60.000 Euro
Geldstrafen für Austria & Rapid nach Derby-Skandal
Fußball National
In Griechenland
Dank PAOKs „Revolver-Boss“ ist AEK jetzt Meister!
Fußball International
Die „Ausleihe-Bullen“
Würde selbst RB Salzburg II die Bundesliga rocken?
Fußball National

Für den Newsletter anmelden