Fr, 20. April 2018

Kanäle ohne Wasser

02.02.2018 21:50

Zu trocken: Gondeln in Venedig auf Grund gelaufen

Venedig-Touristen hat sich dieser Tage ein ungewohntes Bild geboten: Weil es in der Lagunenstadt seit Wochen nicht mehr geregnet hat, trockneten zahlreiche kleinere Kanäle aus. Verstärkt wurde die Situation durch den Supermond, der für eine noch stärke Ebbe als gewöhnlich sorgte. Die Folge: Die Gondolieri mussten ihr Geschäft vorübergehend einstellen.

Statt wie gewohnt zu viel, gibt es derzeit zu wenig Wasser in Venedig. Zwar ist es aufgrund der Gezeiten im Jänner normal, dass der Wasserstand in der beliebten Touristendestination niedriger ist als sonst, doch Anfang der Woche war die Trockenheit in der Lagunenstadt extrem.

Wärmster Jänner seit 250 Jahren
Seit Wochen hat es in der Region Veneto nicht mehr geregnet. Überhaupt war der Jänner 2018 in Italien der wärmste seit 250 Jahren. Betroffen sind von der Trockenheit in Venedig hauptsächlich viele der schmaleren Wasserstraßen.

Zahlreiche Gondolieri mussten ihr Geschäft deshalb vorübergehend einstellen. Ihre Boote steckten in den vergangenen Tagen im Schlamm fest, wie auf Bildern zu sehen ist. Die meisten Gondeln waren auf den leeren Wasserstraßen angebunden, wo sie besserer Tage harrten.

Auch der Mond hat Einfluss
Hinzu kam der Supermond, der für eine noch stärkere Ebbe als gewöhnlich sorgte. Der Mond beeinflusst durch seine Masse die Gezeiten, zieht die Wassermassen auf der Erde an. Die große Nähe ließ nun Ebbe und Flut besonders stark ausfallen - mit schwerwiegenden Folgen für die Lagunenstadt.

60 Zentimeter unter dem Meeresspiegel hatte das örtliche Gezeitenzentrum laut "Corriere del Veneto" am Dienstagnachmittag gemessen. Es handelt sich aber keineswegs um einen Rekordwert. Zuletzt hatten die Venezianer im Dezember 2016 mit Trockenheit zu kämpfen: Damals war das Wasser sogar 66 Zentimeter unter den Meeresspiegel gesunken. 2008 und 1989 wurden laut Medienberichten sogar 90 Zentimeter gemessen.

Der Rekord stammt noch immer aus dem Jahr 1934 und liegt bei 121 Zentimetern unter dem Meeresspiegel. Grund war damals ebenfalls eine extrem starke Ebbe.

In den vergangenen Tagen machte sich auch bei den großen Kanälen Venedigs der niedrige Wasserstand bemerkbar, hieß es beim "Corriere del Veneto". Für Rettungsfahrten etwa, bei denen Häuser übers Wasser erreicht werden müssen, stellt der niedrige Pegel ein Problem dar, so die Zeitung. Für die Wassertaxis wurden aber keine gröberen Einschränkungen vermeldet.

Noch vor Beginn des üblichen Touristenansturms am Wochenende entspannte sich die Lage in Venedigs Kanälen wieder und einer Gondelfahrt sollte somit wieder nichts im Wege stehen. Womöglich dann aber mit aufgespanntem Regenschirm, denn für Samstag wurde Regen erwartet.

 krone.at
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