Mi, 22. November 2017

Verdächtiger tot

13.06.2009 09:27

Ermittlung gegen Wachbeamten nach Selbstmord

Der Staatsanwalt ermittelt, warum das Mühlviertler Scheidungsdrama nach dem glimpflichen Mord- und Selbstmordversuch doch noch tödlich enden konnte: Während die Kripo eine Verzweiflungstat des Tatverdächtigen verhinderte, gab ihm die Justiz seinen Gürtel und die Schuhbänder zurück, womit er sich erhängen konnte.

Wie berichtet, hatte am Dienstag ein eifersüchtiger Reichenauer mit seinem Ford absichtlich den Toyota seiner „Ex“ gerammt. Die zweifache Mutter überlebte den Crash bei jeweils 70 km/h wie durch ein Wunder ebenso leicht verletzt wie ihr 54-jähriger Kontrahent. Er wurde tags darauf von Mordermittlern im Linzer Allgemeinen Krankenhaus vergeblich befragt und vorsorglich „entwaffnet“: „Wir nehmen generell jedem verhafteten Verdächtigen alles weg, womit er sich umbringen könnte.“

Gürtel für Selbstmordgefährdeten
„Das gibt’s bei uns seit 20 Jahren nicht mehr“, erklärt der Linzer Justizwache-Brigadier Josef Pühringer, warum der depressive U-Häftling gleich seinen Hosengürtel und die Schnürschuhe zurückbekommen hat, als er vom Polizeigewahrsam in die AKH-Inquisitenabteilung überstellt worden war: „Wir haben nichts von einem Mord- und Selbstmordversuch gewusst, sondern nur von einem Verkehrsunfall mit verschiedenen Versionen gehört“, verteidigt der Häfnchef seinen Mitarbeiter, den er erst am Dienstag dienstlich befragen könne. Deshalb weiß der Anstaltsleiter auch noch nicht, warum der Wachebeamte den Selbstmord seines Schützlings in der Krankenzelle erst fünf Stunden zu spät bemerkt hat: „Wer Dienst hat, schläft nicht!“

"OÖ-Krone"
Symbolbild

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