So, 19. November 2017

Mehrere Millionen ¿

09.02.2009 14:10

Geldwäscheverdacht bei Raiffeisenlandesbank OÖ

Im Betrugsskandal rund um die Bundesbuchhaltungsagentur (BHAG) hat es eine Verdachtsmeldung in Richtung Geldwäsche bei der Raiffeisenlandesbank (RLB) Oberösterreich gegeben. Diese habe es im Zusammenhang mit einer Summe von mehreren Millionen Euro gegeben, die auf einem Konto der RLB-Tochter "Privat Bank AG" gelandet seien, hieß es am Montag bei der Korruptionsstaatsanwaltschaft. Gemäß dem internen BHAG-Revisionsbericht könne man die in Medienberichten genannte Summe von 8,5 Millionen Euro bestätigen, derzeit würden diese Zahlen allerdings noch überprüft.

Klar ist mittlerweile, dass offenbar nur ein kleiner Teil der verschwundenen 16,5 Millionen Euro bei der Schulungsfirma "Venetia" gelandet sein dürfte. "Es sieht danach auch", betonte ein Sprecher. Laut Medienberichten erhielt das Unternehmen 3,6 Millionen Euro. Wo das restliche Geld geblieben ist, wird laut Staatsanwaltschaft und Ermittlern noch untersucht: "Wir überprüfen die Geldflüsse in alle Richtungen." Gegen Banken gebe es keinerlei Erhebungen.

Millionen von Konten der Republik abgezweigt
Ob der in U-Haft sitzende BHAG-Beamte, der Millionen illegal von Konten der Republik per Telebanking an Privatempfänger verschoben hat, selbst Geld eingestreift hat, steht noch nicht fest. "Es ist alles noch offen", betonte Martin Kreutner, Chef des Büros für interne Angelegenheiten (BIA), das die Ermittlungen führt. Dass ein ebenfalls festgenommener Wiener Anwalt in der Causa als Treuhänder für einen Schweizer Finanzvermittler fungiert haben soll, werde überprüft. Laut Korruptionsstaatsanwaltschaft gibt es neben Österreich auch Erhebungen in Deutschland, Liechtenstein und der Schweiz.

Bekannt wurde der Betrugsskandal nach der Festnahme des beschuldigten BHAG-Mitarbeiters sowie des "Venetia"-Geschäftsführers am 31. Jänner, beide sind geständig. Dem Beamten wird neben dem illegalen Geld-Transfer vorgeworfen, widerrechtlich Schuldscheine der Republik ausgestellt zu haben, "Venetia" war einer der Nutznießer. Am 5. Februar wurde ein Wiener Anwalt als weiterer Verdächtiger verhaftet, er soll für den "Vertrieb" der Schuldscheine gesorgt haben. Laut Korruptionsstaatsanwaltschaft gibt es gegen eine weitere Person gezielte Ermittlungen.

Symbolbild

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