Do, 23. November 2017

Sehr gut

04.01.2009 17:11

Lehrer suchen Jobs für ihre Schüler

Einen römischen Einser hat sich die Polytechnische Schule Schwanenstadt verdient: Zwei Lehrer recherchierten bei 829 Firmen im erweiterten Einzugsgebiet der Schule, ob und wo Lehrstellen angeboten werden. Die 120 Poly-Schüler konnten sich vor Weihnachten auf Listen die Lehrplätze samt Firmennamen, Anschrift und Ansprechpartner aussuchen.

Die Schwanenstädter Vorzeigeschule punktet mit einem Super-Service, der den Jugendlichen den Einstieg ins Berufsleben gewaltig erleichtert. So bekamen beispielsweise im vergangenen Schuljahr nur drei von 120 Absolventen keinen Lehrplatz. Die Suche nach einer Ausbildungsstelle ist allerdings sehr arbeitsintensiv: Die Lehrkräfte Astrid Haiger und Gerhard Aicher recherchierten insgesamt 150 Stunden in der Freizeit. "Wir mussten alleine 310 Briefe an Firmen ausschicken, weil es immer noch Betriebe gibt, die keine E-Mail-Adresse haben und teilweise nicht einmal ein Faxgerät besitzen", erklärt PTS-Direktor Solon Petrowisch.

Viele Lehrstellen im technischen Bereich
Die Aktion brachte heuer bisher folgendes Ergebnis: Von den 829 kontaktierten Unternehmen gab es 220 Rückmeldungen. Diese Firmen bieten im Herbst 460 Lehrstellen an, davon sind 362 Plätze im technischen Bereich.

Nach wie vor ist gerade bei den Technikern die Nachfrage der Firmen nach Lehrlingen groß. "Die Lehrstellensuchenden werden immer weniger, weil viele in weiterführende Schulen gehen", erklärt Direktor Petrowisch.

Interview mit Direktor Solon Petrowitsch
Er hat selbst in den 60er Jahren das Poly besucht, dann eine Lehre gemacht, in der Voest gearbeitet und wurde über den zweiten Bildungsweg Direktor im PTS Schwanenstadt: Vorzeigepädagoge Solon Petrowisch (59)erklärt: "Mir sind die Jugendlichen einfach ein Anliegen."

Herr Direktor, ihre Lehrer suchen extra nach Lehrstellenangeboten für die Schüler, dazu gibt es aber auch noch andere Angebote für die Teenager?
Petrowitsch: "Bei uns bekommen jeder Schüler und jede Schülerin alle drei Wochen von den Lehrern ein persönliches Journal mit Lob und Tadel. Ich habe mit einem Manager der Firma Trodat auch ein Zertifikat für soziale Kompetenz ausgearbeitet, weil vielen Firmen mittlerweile die Arbeitshaltung und die sozialen Fähigkeiten wichtiger sind, als nur ein gutes Zeugnis."

Ihre Schule bietet den Kindern aber noch einiges mehr an.
Petrowitsch: "Ja, jeden Dienstag und Donnerstag kommen Sozialpädagogen und Erziehungsberater zu uns. Jeder Schüler hat das Recht auf ein einstündiges Beratungsgespräch. Wir haben das aufgrund der aktuellen Gewaltproblematik im Bezirk eingeführt. Es geht uns dabei aber nicht nur um die Prävention, sondern auch darum, dass die Jugendlichen über ihre Probleme reden können."

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