Di, 16. Jänner 2018

Zu früh gefreut

10.11.2008 08:20

Krach um verschwundene 182.000 Dollar

Der Bauunternehmer Bob Kitts fand 2006 beim Einreißen einer Badezimmer-Wand in einem über 80 Jahre alten Haus nahe des Eriesees in den USA 182.000 Dollar (143.000 Euro) - die Freude war riesig. Wie sich herausstellte, hatte der reiche Unternehmer Patrick Dunne während der Wirtschaftskrise in den 1920er-Jahren dort sein Vermögen versteckt. Kitts und die Hauseigentümerin (siehe Bild mit dem Fund) konnten sich jedoch nicht einigen, wer welchen Anteil erhält - seitdem herrscht Eiszeit, Kitts will bedroht worden sein, und zu allem Übel ist auch noch fast das gesamte Vermögen verschwunden.

"Es war ziemlich faszinierend - diese Geldsumme vor dir zu sehen, war atemberaubend. Das bereue ich nicht. Die Bedrohungen, das ist der Teil, der einen wünschen lässt, es wäre nie passiert", beschreibt Bob Kitts gegenüber der Associated Press. Bis auf ein paar Tausend Dollar sei ihm vom Fund seines Lebens nichts geblieben. Weil er von einigen ehemaligen Geschäftspartnern als habgierig abgestempelt wurde, habe er sogar Verlust gemacht, so Kitts.

Von den 182.000 Dollar in alter Währung hatte ihm Hauseigentümerin Amanda Reece zehn Prozent angeboten - Kitts verlangte vierzig. Über den sich entwickelnden Konflikt berichtete bald die lokale Presse, was wiederum die Erben - gleich 21 an der Zahl - von Patrick Dunne auf den Plan rief, der das Geld schließlich aus Angst vor der Wirtschaftskrise in dem Haus versteckt hatte.

Hausbesitzerin machte Urlaub - Geld angeblich gestohlen
Doch weder Kitts noch Dunnes Erben hatten mit Reeces Unverfrorenheit gerechnet: Bereits einen Monat nach dem Riesenfund gab sie an, von dem Geld sei kaum noch etwas übrig. 14.000 US-Dollar habe sie bereits in einen Urlaub auf Hawaii investiert, außerdem behauptete sie, 60.000 Dollar seien ihr gestohlen worden - was sie bei der Polizei allerdings nie angezeigt hatte. Sie bezichtigte Bauunternehmer Kitts, das Geld entwendet zu haben. Reece ist inzwischen offenbar untergetaucht, sie gab an, private Insolvenz angemeldet und das Geld an ihre Gläubiger verteilt zu haben - was das Gericht nicht bestätigen konnte.

Wo die 182.000 Dollar abgeblieben sind, bleibt zwei Jahre nach dem verblüffenden Fund weitgehend ungeklärt. Bob Kitts behauptet, er habe nichts falsch gemacht: "Ich bin nicht der Böse, wie mich alle dargestellt haben."

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden