So, 19. November 2017

Linz09

07.11.2008 15:04

Festival der darstellenden Kunst

Linz Europäische Kulturhauptstadt 2009 wird gleich nach dem Start zu Jahresbeginn ein international besetztes Festival im Bereich darstellende Kunst ausrichten. Insgesamt 18 Produktionen mit 37 Aufführungen stehen bis 20. Februar auf dem Programm, das Linz09-Intendant Martin Heller, der künstlerische Leiter darstellende Kunst Airan Berg und der Dramaturg David Tushingham am Freitag in Linz präsentierten.

Ein Teil von Linz09 steht unter dem Motto "Theaterlust". Dessen erster noch für den Winter geplanter Teil trägt die Bezeichnung "Schneesturm", im Sommer soll "Sonnenbrand" folgen. Der "Schneesturm" soll eine internationale Theaterreise nach Linz fegen. Unter den 18 Produktionen befinden sich zwei Auftragswerke, dem Publikum werden Uraufführungen und österreichische Erstaufführungen geboten. Den Auftakt bildet bereits am 2. Jänner die Uraufführung des Auftragswerkes "Das Buch der Unruhe" nach Fernando Pessoa - eine Zusammenarbeit des Komponisten, Film- und Theaterregisseurs Michel van der Aa mit Klaus Maria Brandauer und dem Linzer Bruckner Orchester unter der Leitung von Dennis Russell Davies. Damit wird auch eine der Spielstätten von "Theaterlust", die in Bau befindliche Hafenhalle, eröffnet.

"Diktatur und Krieg"
Es folgen Arbeiten, die grundlegenden Themen der Zeit und des Theaters gewidmet sind. Mit "Diktatur und Krieg" befasst sich beispielsweise Guy Cassiers' "Triptychon der Macht" unter anderem mit einem intimen Porträt von Lenin, Hitler und Hirohito. Der Themenbereich "Migration und Integration" bringt unter anderem das Gastspiel "Hell on Earth" von der Choreographin Constanza Macras mit einer Gruppe Jugendlicher aus dem Berliner Stadtteil Neukölln, dessen 150.000 Einwohner aus über 160 Ländern kommen sowie die Tanzcompany "Candoco" aus Großbritannien, in der beeinträchtigte und nicht beeinträchtigte Tänzer zusammen arbeiten.

"Festival der Lügen"
Linz09 geht gleich zu Beginn des Kulturjahres der Frage "Was ist Wahrheit ?" nach und präsentiert dazu das "Festival der Lügen", in dem sich der Tänzer und Choreograph Faustin Linyekula aus dem Kongo mit der gewalttätigen Geschichte seines Landes auseinandersetzt und dabei auf einer Geschichte aufbaut, in der sich Bewohner eines Dorfes eine Nacht lang Lügen erzählen und die unglaublichste davon gewinnt. In "Empire" des aus Frankreich stammenden und später in Österreich niedergelassenen Künstlerkollektivs Superamas wird das Publikum in eine Debatte über Macht und Kunst verwickelt. "Gesellschaftsanalysen" stellt das Festival unter anderem mit Hilfe des Acco Theater Center aus Israel an, in dem arabische und jüdische Künstler zusammenarbeiten.

"In Erinnerung an das was kommt"
Unter der Überschrift "Showbiz" beschäftigt sich "Theaterlust" selbst mit der darstellenden Kunst: Die Performerin Mala Kline aus Slowenien inszeniert in "Debut - In Erinnerung an das was kommt" eine Künstlerin, die am Anfang einer Karriere steht. Demgegenüber setzt sich der von der Zeitschrift "ballet-tanz" zum Tänzer des Jahres 2008 gewählte Raimund Hoghe in "36, Avenue Georges Mandel" (die Pariser Adresse an der Maria Callas ihre letzten Lebensjahre verbrachte) mit dem Ende einer Karriere auseinander.

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