Fr, 25. Mai 2018

"Positive Folge"

28.10.2008 12:12

Klimawandel lässt Wälder schneller wachsen

Dass der Klimawandel nicht nur negative Auswirkungen hat, sondern durchaus auch positive Folgen haben kann, haben jetzt Forscher des Institutes für Waldressourcen- und Umweltwissenschaften an der Michigan Technological University entdeckt. Aufgrund des Anstiegs von Temperatur und Stickstoffgehalt wachsen die Wälder heute schneller, so das Ergebnis ihrer bereits über 20 Jahre dauernden Langzeitstudie.

Dass die Wachstumsperioden auch in Mitteleuropa immer länger dauern, bestätigt Manfred Lexner vom Institut für Waldbau der Universität für Bodenkultur in Wien. "Der Klimawandel ist jedoch nur einer von mehreren Faktoren für das zunehmende Waldwachstum im Alpenraum", relativiert der Wiener Klimaforscher und Waldexperte die Studie im Interview.

Wachstumsperiode heute länger als 1987
US-Studienleiter Andrew Burton registrierte in vier Waldgebieten des Bundesstaates Michigan Veränderungen in der Temperatur, Feuchtigkeit sowie beim Stickstoffgehalt, der auf sauren Regen oder auf experimentelle Verabreichung zurückzuführen ist. Er fand heraus, dass die Bäume bei höheren Temperaturen schneller wachsen und aufgrund größerer Stickstoffkonzentration mehr Kohlenstoff erzeugen, falls sie über ausreichend Feuchtigkeit verfügen. "Es ist durchaus denkbar, dass für die Wälder Temperaturanstieg und Stickstoffzunahme bis zu einem gewissen Punkt positiv sind", sagte Burton. Die jährliche Wachstumsperiode sei dadurch seit 1987 um elf Tage gestiegen, was Burton als bedeutenden Anstieg bewertet.

Die US-Forscher werden bis 2012 weitere Messungen über das Baumwachstum und über die Entstehung der organischen Substanz im Erdreich vornehmen. Sie wollen herausfinden, ob die Zunahme am jährlichen Wachstum vom Waldsterben ausgeglichen wird. So soll auch erforscht werden, ob die Holzablagerungen am Waldboden sich langsamer zersetzen, da durch steigende Stickstoffkonzentration die Fähigkeit des Ökosystems, Kohlenstoff zu speichern, erhöht wird. Überprüft werden müsse außerdem, ab welchen Werten steigender Stickstoffgehalt die Wälder mehr schädigt als ihr Wachstum zu fördern.

Klimawandel für Wälder aber auch problematisch
Der Klimawandel bringt laut Manfred Lexner aber auch zahlreiche Probleme für den Wald: "Die Niederschläge verlagern sich zunehmend in die Wintermonate und geschehen somit außerhalb der Wachstumsphase", so der Klimaforscher und Waldexperte, der sich für die nächsten Jahre insgesamt keine großen Änderungen im Waldbestand Mitteleuropas erwartet. (pte)

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