Do, 24. Mai 2018

Italien zollt Respekt

13.10.2008 20:28

Friaul-Julisch Venetien legt Arbeit nieder

Italien zollt Jörg Haider großen Respekt für dessen politische Tätigkeit und setzt in diesen Tagen viele Zeichen: Anlässlich des Begräbnisses von Landeshauptmann Jörg Haider (Termin steht noch nicht fest) will die nordost-italienische Region Friaul-Julisch Venetien aus Zeichen der Trauer einen Tag lang ihre Arbeit ruhen lassen. "Wir wollen damit unseren Respekt für Haider bezeugen, der unser aktivster Ansprechpartner bei der Bildung der Euroregion war", erklärte der Präsident von Friaul-Julisch Venetien, Renzo Tondo.

"Haider ist gestorben, wie er gelebt hat, bei einer Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometern. Ich habe einen Freund verloren. Kärnten hat einen großen Landeshauptmann und Österreich einen großen Politiker verloren", sagte Tondo.

Schweigeminute in Venetien
Mit einer Schweigeminute hat der Rat (Landtag) der norditalienischen Region Venetien des verstorbenen Kärntner Landeshauptmannes Jörg Haider gedacht.

"Mit Haider verlieren wir einen Freund Venetiens und des Nord-Osten Italiens. Er hinterlässt eine große Leere beim Aufbau der europäischen Großregion Alpe Adria", sagte Mariangela Foggiato, die im Regionalrat für das Projekt der Großregion zuständig ist.

"Haider war ein Freund unserer Region"
"Haider war eine umstrittene Person, aber eine große Persönlichkeit, ein loyaler und mutiger Politiker, der in Kärnten sehr beliebt war. Er war auch ein echter Freund unserer Region", so Foggiato.

Lega Nord sieht Ähnlichkeiten zu Umberto Bossi
Auch Italiens rechts-föderalistische Regierungspartei Lega Nord drückte ihr Beileid für Haiders Tod aus. "Er war ein politischer Führer, der riskante Beschlüsse nicht scheute. In dieser Hinsicht ähnelte er Lega-Chef Umberto Bossi", sagte der Senator der Lega Nord, Mario Pittoni.

"Haider war stolz auf österreichische Identität"
Roberto Menia, Unterstaatssekretär im italienischen Umweltministerium und Politiker der ehemals postfaschistischen Rechtspartei Alleanza Nazionale, hob die Attacken hervor, denen Haider in seiner politischen Karriere ausgesetzt gewesen sei.

"Haider war in erster Linie ein ehrlicher Mensch, der jahrelang als ausländerfeindlich angeprangert worden ist. Wer ihn gekannt hat, weiß, dass er ein Freund der Nachbarregionen war. Er war ein Mensch, der auf seine Kärntner und österreichische Identität stolz war. Er kritisierte ein Europa, das mehr an die Finanz als an der Identität seiner Völker interessiert ist", so der aus Triest stammende Menia.

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