Mo, 20. November 2017

Heftiger Gestank

17.06.2008 15:03

Innsbrucker leiden unter urinierenden Fans

Den Bewohnern der Tiroler Landeshauptstadt stinkt die EURO: In der Innsbrucker Innenstadt häufen sich seit ein paar Tagen die Beschwerden über den ausufernden Uringestank in der Früh nach den ausgiebigen Feiern in den Fanzonen. „Wir haben sofort darauf reagiert und Spezialputztrupps mit Unterstützung der Feuerwehr eingesetzt“, erklärt der städtische EURO-Koordinator und Innsbrucker Vizebürgermeister Christoph Platzgummer.

Bei 64.000 Besuchern lasse sich jedoch trotz guter Infrastruktur nicht vermeiden, dass einigen die Wartezeit bei den WC-Anlagen zu lange wird, so Platzgummer weiter. Die Müllbeseitigung hingegen klappe recht gut. „Im Großen und Ganzen sind wir mit dem bisherigen Ergebnis zufrieden“, resümierte Johannes Ellmerer, Abteilungsleiter für Abfallentsorgung bei den Innsbrucker Kommunalbetrieben.

„Durch die EURO 2008 fallen in Innsbruck pro Tag zusätzlich rund fünf Tonnen Müll an“, erklärte Ellmerer. Der zu entsorgende Müll sei jedoch wesentlich voluminöser als der gewöhnliche Abfall. Den größten Anteil würden PET-Flaschen, Dosen und Papier stellen.

Wasserverbrauch durch "Klopausen" enorm gestiegen
Wenn nahezu ganz Österreich der National-Elf vor den TV-Schirmen die Daumen drückt, sind nicht nur die Straßen außerhalb der üblichen Partymeilen und offiziellen Fanzonen wie leer gefegt: Um nur ja kein Foul oder Tor zu versäumen, verzichtet der spannungsgeladene Fußballfan sogar auf den obligaten WC-Gang. Allein in der Stadt Salzburg stieg am Montagabend der Wasserverbrauch nach der Halbzeit des EM-Matches Deutschland gegen Österreich um 25 Prozent, nach der 1:0-Niederlage um knapp 30 Prozent, schilderte Heinrich Gernedel von der Salzburg AG.

Für den hohen Wasserverbrauch „sind im Prinzip die WC-Spülungen verantwortlich“, sagte Gernedel am Dienstag. Vor dem Anpfiff flossen 1.257 Kubikmeter Wasser pro Stunde von den Wasserbehältern am Mönchs- und Kapuzinerberg ins Netz, in der Halbzeit-Pause verzeichnete das Zählwerk einen Anstieg um 446 auf 1.703 Kubikmeter. Mit Beginn der zweiten Halbzeit fiel der Verbrauch auf 1.095 Kubikmeter, nach Spielende schnellte er gar auf 1.615 Kubikmeter in die Höhe.

Wasserverbrauch seit Public Viewings niedriger
„Im Jahresschnitt gesehen wirkt sich das preislich auf die Haushalte aber nicht aus“, lautete Gernedels beruhigende Botschaft an die Konsumenten. Für jeden Kubikmeterverbrauch muss ja Wasser-und Abwassergebühr bezahlt werden. Als es die Public-Viewing-Bereiche noch nicht gegeben hat, war der Wasserverbrauch in der Matchpause und nach Spielende noch wesentlich höher. „Jetzt sitzen nicht mehr so viele Leute zu Hause vor dem Fernseher wie früher“, sagte der Centerleiter. Oder sie verrichten dort ihr Geschäft, wo man nicht spült – was das Leid der Tiroler erklärt…

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