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05.07.2026

Festspiele in Salzburg

270 Jahre Mozart-Liebe: Seine Musik berührt immer

Salzburg ohne Mozart ist nicht denkbar. Im Jänner 1756 wurde er hier geboren. Diesen runden Geburtstag nimmt die Festspielstadt zum Anlass, um ihren musikalischen Säulenheiligen höchst exklusiv zu feiern.

Erfolgsproduktion„Così fan tutte“: Elsa Dreisig (li.) als Fiordiligi, Bogdan Volkov als Ferrando. Foto: Così Foto SF/Monika Ritterhaus

Jedes Jahr ist Mozart-Jahr! Denn in den Programmen der Konzertund Opernhäuser der ganzen Welt liegt Mozart ohnehin beständig im Spitzenfeld. Aber 2026 ist dann doch noch ein bisschen mehr Mozart-Jahr, immerhin kam der Komponist vor 270 Jahren, am 27. Jänner 1756 um 8 Uhr abends in Salzburg, im Haus 225 am Löchlplatz, der heutigen Getreidegasse Nr. 9, zur Welt.

Was wäre das schöne Salzburg mit seiner ganzen barocken Baupracht ohne seinen Wolfgang Amadé? Die Stadt hat daher „Mozart 270“ ausgerufen und feiert ihren bekanntesten Bürger mit einigen Extras heuer noch ein bisschen mehr als sonst.

Mit der Enthüllung des Mozart-Denkmals von Ludwig Schwanthaler 1842 besann man sich einst mehr und mehr des Mozart-Kapitals: Die 1841 gegründete Institution „Dom-Musik-Verein und Mozarteum“, aus der später die heutige Universität Mozarteum und die Internationale Stiftung Mozarteum hervorgingen, veranstaltete bald erste Mozart-Feste. Der Internationalen Stiftung Mozarteum gelang es später allmählich, berühmte Dirigenten wie Gustav Mahler und Richard Strauss nach Salzburg zu holen, dazu die Wiener Philharmoniker und bekannte Sänger für Gastspiele zu gewinnen. Erste Pläne für Mozart-Festspiele wurden gewälzt, bis am 22. August 1920 mit der Aufführung von Hugo von Hofmannsthals „Jedermann“ in der Regie von Max Reinhardt auf dem Domplatz die Geburtsstunde der Salzburger Festspiele schlug.

Schon ein Jahr später implantierte man Mozart als das musikalische Zentralgestirn des neuen Festivals: Während Max Reinhardt in der Kollegienkirche Hofmannsthals „Das Salzburger große Welttheater“ zur Aufführung brachte, wurden im Stadttheater (heute Landestheater) mit Künstlern aus Wien in Staatsopernproduktionen die drei großen Mozart-Opern „Don Giovanni“, „Così fan tutte“, „Le nozze di Figaro“ und das Singspiel „Die Entführung aus dem Serail“ geboten.

Der große Opernerfolg von 2020, endlich in ganzer Länge erlebbar

Die letzte der drei Da-Ponte-Opern, „Così fan tutte“, steht auch im heurigen Sommer auf dem Programm. Allerdings nicht mehr wie 1922 vom dritten Festspielvater Richard Strauss, dem damaligen Wiener Staatsoperndirektor, dirigiert. Die musikalische Leitung liegt bei Joana Mallwitz in Frauenhand. Sie hat mit dieser Oper im legendären Covid-Sommer 2020 ihr Salzburger Debüt gegeben. Christof Loy hat damals eine der Pandemie geschuldete, gekürzte und pausenlose Fassung inszeniert, die auch 2021 wiederaufgenommen wurde. Ab dem 6. August kehrt die heftig gefeierte Produktion frisch einstudiert zurück. Endlich spielt man jetzt die komplette Oper. Die hochkarätige Besetzung ist gegenüber 2020 mit Elsa Dreisig (Fiordiligi), André Schuen (Guglielmo), Bogdan Volkov (Ferrando), Lea Desandre (Despina), Johannes Martin Kränzle (Alfonso) fast dieselbe. Nur die russische Mezzosopranistin Victoria Karkacheva stößt als neue Dorabella zum bewährten Ensemble dazu.

Ein anderes Erfolgsteam kümmert sich um einen jener frühen Geniestreiche, die Mozart auf seiner Italienreise 1772, als 16-Jähriger, für das Mailänder Teatro Regio Ducale komponiert hat: „Lucio Silla“, eine prachtvolle Opera seria, die am 2. August in der Felsenreitschule über die Bühne geht. Adam Fischer dirigiert das Mozarteumorchester und Birgit Kajtna-Wönig besorgt die szenische Einrichtung. Gemeinsam hat man schon im letzten Jahr den 1770 ebenfalls für Mailand komponierten „Mitridate“ zum Ereignis gemacht. Die Katalanin Sara Blanch ist ebenfalls wieder dabei und wagt sich mit der Giunia erneut an eine kolossale Koloratur-Partie Mozarts. Als Cecilio steht ihr die Mezzosopranistin Xenia Puskarz Thomas zur Seite.

Das symphonische Schaffen kommt im Festspielsommer „Mozart 270“ ebenfalls nicht zu kurz. In den Festspiel-Matineen des Mozarteumorchesters lässt es sich exemplarisch hören. Diesmal dirigieren etwa Giovanni Antonini, Petr Popelka oder der Jungstar Roberto González-Monjas. Und das populärste Stück, „Die Zauberflöte“? Die fehlt auch zum 270er nicht. Im Mozart-Wohnhaus am Makartplatz kann man sich vor originalen Kleinoden in den „Kosmos Zauberflöte“ versenken. Im Hof lässt sich Mozart heute noch beim Komponieren quasi über die Schulter schauen: Dorthin wurde nämlich das Zauberflöten-Häuschen übersiedelt, in dem Mozart in Wien die Oper auf Papier gebracht haben soll.