Ein leises Raunen genügt, und für einen Moment richten sich alle Blicke auf dieselbe Stelle. Vor dem Festspielhaus hält eine schwarze Limousine. Eine Dame im eleganten bodenlangen Abendkleid steigt aus, der Begleiter im Smoking reicht ihr die Hand. „Die kenne ich doch!“, ruft jemand aus der Menge auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Ein kurzes Lächeln in Richtung der Schaulustigen, dann verschwindet das Paar hinter den Toren des Festspielhauses.
Vor Vorstellungsbeginn wird die Hofstallgasse selbst zur Bühne. Festspielgäste in eleganter Garderobe treffen auf Neugierige, Radfahrer schlängeln sich durch die Menge, Shuttlebusse halten im Minutentakt. Zwischen Universität und Festspielhäusern werden am Kiosk rasch Getränke und Snacks bestellt, Bekannte begrüßen einander herzlich, und so mancher Blick gilt nicht nur ausschließlich den ankommenden Gästen, sondern auch deren Garderobe. Die Stadt ist im Festspielmodus.
Vorspiel
Der typische Festspielgast verbringt mehrere Tage in der Stadt, wohnt in oder nahe der Altstadt beziehungsweise im Umland. Da meist jeden Abend eine Vorstellung auf dem Programm steht, spielt die Wahl der Garderobe durchaus eine Rolle. Verpflichtend ist nichts, einen verbindlichen Dresscode gibt es nicht. Im Mittelpunkt steht die Kunst. Bei Opernpremieren sind bodenlange Abendroben und Smokings aber keine Seltenheit. Insgesamt prägt ein festlich-legerer Stil das Bild des Publikums. Wer eine Aufführung des „Jedermann“ unter freiem Himmel besucht, sollte selbst an warmen Sommertagen an eine Jacke oder ein Schultertuch für die kühleren Abendstunden denken.


Intermezzo
Ob man vor oder nach der Vorstellung den Hunger stillt, bleibt Geschmackssache. Ein Klassiker für beide Gelegenheiten ist das „Triangel“, nur wenige Schritte von den Festspielhäusern entfernt. In der „Kantine“ der Festspiele begegnet man nicht nur prominenten Gästen, sondern auch Künstlern des Festivals. Wer schon tagsüber Genuss und Kultur verbinden möchte, gelangt zu Fuß oder bequem mit dem Lift zum Museum der Moderne Salzburg. Im Restaurant „M32“ genießt man neben kulinarischen Köstlichkeiten einen eindrucksvollen Blick über die Barockstadt. Nicht minder spektakulär ist die Aussicht vom Hotel Schloss Mönchstein. Im Restaurant „The Glass Garden“ verwöhnt Küchenchef Simon Wagner seine Gäste mit hochdekorierter Küche. Mit dem „Gasthaus Schloss Aigen“ findet man im schattigen Gastgarten einen Rückzugsort abseits des Trubels.
Nachspiel
Große Abende verdienen einen würdigen Ausklang. Wer das Außergewöhnliche sucht, kehrt im „Paradoxon“ in der Zugallistraße ein und lässt sich von Martin Kilga und seinem Team in überraschende Geschmackswelten entführen. Hier lohnt sich auch ein Besuch zum Brunch. Oder man sucht sich einen Platz auf der Terrasse des Hotels Stein und blickt auf die stilvolle Kulisse der Salzburger Altstadt.