Das freie Wort

Rückkehr in die Politik?

In regelmäßigen Abständen wird Sebastian Kurz über eine mögliche Rückkehr in die Politik befragt, ebenso regelmäßig lassen seine Antworten erkennen, dass er nicht wieder Politiker werden will, jedoch gänzlich ausschließen will er das auch nicht. Kurz und seine Politik werden noch immer weit überbewertet, seine Rückkehr in die Politik von vielen ersehnt, irgendwie hat er den Status eines Heilsbringers oder politischen Messias eingenommen. Dabei steht Kurz für eine Politik, die alles andere als erfolgreich war. Die Zusammenlegung der Krankenkassen zu einer Gesundheitskasse endete entgegen der vollmundigen Ankündigung nicht in Einsparungen, sondern in Mehrkosten von einer Milliarde Euro. Seine Gesundheitsministerin Hartinger-Klein gab später zu, dass es ein Marketing-Schmäh war. Sein Finanzminister Blümel hatte die politische Verantwortung für das Bundesbudget. Am Beginn der Corona-Pandemie sprach Kurz von vielen Toten, und jeder werde jemand kennen, der an Corona gestorben ist. Auch die Entmachtung der Virologen und die Selbsternennung der Politiker zu Pandemie-Experten betrieb Kurz vehement. Gesundheitsminister Anschober wurde ins Abseits gedrängt. Die „Koste es, was es wolle“-Politik öffnete das finanzielle Füllhorn, das sich über das Land ergoss und zugleich in ein Budgetdesaster führte. Milliarden wurden lockergemacht, Doppel- und Dreifachunterstützungen für Konzerne selbstverständlich, eine wirksame Kontrolle der Förderungen war nicht vorgesehen. Auch seine vollmundige Ankündigung, die Balkan-Route habe er geschlossen, war das Schmücken mit fremden Federn. Die deutsche Kanzlerin Merkel hat mit dem türkischen Präsidenten Erdoğan ein Abkommen geschlossen, das den Zustrom der Migranten massiv begrenzte. Diese wenigen Beispiele zeigen, dass die Politik von Kurz nicht erfolgreich war, seine Machtansprüche und sein Hang zur Inszenierung manchmal ins Peinliche abglitten. Sein Weg an die Macht war geprägt von Verletzungen und unmenschlichem Ins-Abseits-Drängen der Parteikollegen. Der ehemalige Bundeskanzler wird unverdienterweise als besonders erfolgreich dargestellt, er war es nicht. Seine von vielen erhoffte Rückkehr würde wieder in einem politischen Desaster enden. Kurz hinterließ einen Scherbenhaufen, den andere aufräumen müssen. Es ist besser, er bleibt Geschäftsmann, das Land braucht keinen Bundeskanzler Kurz, einmal reicht.

Franz Peer, Linz

Erschienen am Di, 25.8.2026

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