Warum ist es bei uns nicht möglich, dass die politischen Parteien wenigstens in Einzelfällen staatspolitische Notwendigkeiten erkennen und dementsprechend gemeinsam vorgehen? In turbulenten Zeiten wie diesen und nachdem unser Bundesheer von schwarzen und roten Ministern wie Platter und Darabos demoliert wurde, ist nicht nur die materielle Nachrüstung, sondern auch eine ausreichende Wehrdienstzeit samt Übungsverpflichtung ein Gebot der Stunde und eine staatspolitische Notwendigkeit! In dieser Situation auf Wählerstimmen zu schielen und sich darauf auszureden, dass die Verlängerung des Wehrdienstes nicht im Koalitionsübereinkommen stehe, ist schlichtweg schäbig. Die Neutralität ist vielen Österreichern ganz wichtig, aber es sollte sich doch herumgesprochen haben, dass die Neutralität allein kein Schutz vor Aggression ist. Schließlich sollte unsere Neutralität nach dem Muster der Schweiz ausgestaltet werden – und die lässt sich aus gutem Grund ihr Militär einiges kosten. Sicherheit gibt es nun einmal nicht zum Nulltarif! Erschreckend ist die geringe Anzahl junger Männer, die Österreich mit der Waffe verteidigen wollen. Für diese geringe Wehrbereitschaft junger Staatsbürger, die sonst gern alle Annehmlichkeiten des Sozialstaats in Anspruch nehmen, kann man sich nur schämen. Das ist nicht nur ein Versäumnis der Elternhäuser, sondern vor allem der Schulen. Wie viele Lehrer gibt es denn noch, die mit ihren Schülern über die Notwendigkeit einer militärischen Landesverteidigung sprechen? Da sollten sich alle Unterrichtsminister der vergangenen Jahrzehnte an der Nase nehmen. So sehr die Verlängerung der Wehrdienstzeit samt einer Übungsverpflichtung auch zu begrüßen wäre, wird es sehr darauf ankommen, wie das gestaltet wird, damit es die Jugend nicht als verlorene Zeit empfindet. Nach meiner Erfahrung ist es wichtig, die jungen Soldaten körperlich und geistig zu fordern und mitunter auch an die Grenzen der Leistungsfähigkeit zu gehen. Das überzeugt die Jugend – zumindest nachträglich – von der Sinnhaftigkeit ihrer Ausbildung. Die negativen Meinungen über das Bundesheer hört man fast ausschließlich von jenen, die zum Erdäpfelschälen oder zum Dienst in Schreibstuben verdammt waren.
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