Das freie Wort

Klitschkos scharfe Worte

Dankenswerterweise erfahren wir aus einem leider viel zu klein geratenen Artikel in der Montags-„Krone“ von einer zum täglichen Brüsseler Kriegsgeheul diametral unterschiedlichen Situationseinschätzung zum Ukraine-Krieg. Wer jetzt glaubt, dass diese Analyse zum Kriegsgeschehen von einem der vielen „Putin-Versteher“ oder aus den Reihen der zahlreichen vermeintlichen Verschwörungstheoretiker kommt, der irrt. Es ist der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, der mit seinem „Chef“, dem realitätsverweigernden Wolodimir Zelenskij, scharf ins Gericht geht. Mit ungewohnt direkten Worten fordert er mehr Ehrlichkeit bei der Beurteilung der Lage in der Ukraine im Kampf gegen Russland. Wörtlich meint Klitschko laut „Krone“: „Selbstverständlich können wir euphorisch unser Volk und unsere Partner anlügen. Aber das kann man nicht ewig machen.“ Demnach befindet sich die Ukraine nicht in einer viel beschworenen Gegenoffensive, sondern in einer Sackgasse. Es ist wirklich erfreulich, dass sich die „Krone“ als nahezu einziges Medium zu einer derart klaren und objektiven Berichterstattung entschieden hat. Jeder, der bisher schon die Möglichkeit hatte, sich neutral zum Ukraine-Krieg zu informieren, weiß schon lang, dass dieser Krieg für die Ukraine nicht zu gewinnen ist und es höchste Zeit für Verhandlungen wäre, um weiteres sinnloses Sterben zu verhindern. Und selbst der hartnäckigste USA-Fan muss nun Folgendes zur Kenntnis nehmen: Russland wird nicht von der Landkarte verschwinden und die Bewohner der Brüsseler Traumfabrik wären gut beraten, sich langsam über eine Exit-Strategie aus diesem selbstzerstörerischen Konflikt den Kopf zu zerbrechen. Die Rechnung für das Versagen der letzten Jahre werden sie allerdings ohnedies bei der EU-Wahl nächstes Jahr präsentiert bekommen.

Alexander Neumann, Grünbach am Schneeberg

Erschienen am Mi, 6.12.2023

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