Vorab, es gibt keine Entschuldigung für die Gräueltaten der palästinensischen Terrororganisation Hamas. Hinterfragt werden muss allerdings, wie kam es dazu, was sind die Hintergründe einer solchen schrecklichen Tat. Im Fall des Mittleren Ostens müsste es doch möglich sein, dass zwei Staaten nebeneinander ohne religiösen Fanatismus, ohne Fundamentalismus leben können. Die im Jahr 1994 ausgehandelte Zwei-Staaten-Lösung, wofür es sogar den Friedensnobelpreis gab, deutete darauf hin. Beide Seiten haben ein Recht auf Existenz. Das Völkerrecht muss gewahrt sein. Der Großteil der Bürger in Israel, Palästina, der Ukraine, Russland, Bergkarabach, Aserbaidschan und anderswo wollen in Gerechtigkeit und Frieden leben. Die Erkenntnis, dass Waffen nur erneutes Unglück bringen, wird leider von den Verantwortlichen nicht beherzigt. Zu groß und zu verlockend ist das Milliardengeschäft, das die Waffenindustrie in sich birgt. Warum schweigt hier das „Weltgewissen“? Ob eine Nationalfahne zu hissen, sich damit nur auf eine Seite zu schlagen das richtige Zeichen für eine Deeskalation ist, sei dahingestellt. Es beruhigt vielleicht das Weltgewissen, bringt aber keine Lösung. Eine Mutter aus Gaza beweint den Tod ihres Kindes nicht weniger als eine Mutter aus Israel. Eine Mutter aus Bergkarabach beweint den Tod ihres Kindes nicht weniger als eine Mutter aus Aserbaidschan, und in der Ukraine ist es nicht anders als in Russland und anderswo. Das alles scheint vollkommen belanglos zu sein, solange die Waffenerzeugung floriert. Nicht zu vergessen, es sind nicht dieselben Personen an der Front, die in Kampfjets lächelnd für ein Pressefoto Probe sitzen. Das ist wahrscheinlich der gravierendste Unterschied zwischen denen, die Krieg (heraus)fordern, und denen, die den Krieg auszuführen haben. Was wäre, wenn es umgekehrt wäre? An allen Ecken und Enden fehlt Geld, aber Hauptsache, die Rüstungsindustrie macht Gewinne in schwindelerregender Höhe. „Die Waffen nieder“, der Appell von Bertha von Suttner ist wichtiger denn je und „Durchs Reden kommen die Leute zusammen“ ebenfalls. Alle wissen das, leider beherzigt es niemand.
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