Das freie Wort

Wahlnachlese

Deutschland hat gewählt und hat in Berlin ein Auszählungsproblem, weil ein Stadtteil (Wahlbezirk) nicht die tatsächlichen Stimmen, sondern nur „geschätzte“ Werte an die Zentrale gemeldet hat. Diese Panne wird allerdings die Union von ihrem Absturz nicht mehr retten. Die Merkel-Nachfolger haben bereits zu viel vom „Kanzler-Bonus“ vergeigt. Der bisherige rote Vizekanzler und Finanzminister wird wohl mit den Liberalen und den Grünen eine „Ampel-Koalition“ installieren. Auch bei den Wahlen in Österreich konnte man feststellen, dass die Wähler nicht mehr berechenbar sind, und das führt zu immer überraschenderen Ergebnissen. In Oberösterreich zieht z. B. eine Partei – eigentlich eine unbekannte Gruppe ohne Wahlbudget – mit gleich 6 Prozent der Stimmen in den Landtag ein. Diese MFG ist ein Sammelsurium von radikalen Impfgegnern und Gegnern aller notwendigen Corona-Maßnahmen. Die Proponenten berufen sich auf Freiheit und Grundrechte, ähnlich den FPÖ-Forderungen! Die FPÖ wurde von dieser Impfgegner-Partei regelrecht dezimiert. In Graz wählten fast 30 Prozent kommunistisch und entschieden sich damit gegen die etablierte Politik des legendären Bürgermeisters Nagl. Graz ist eine kulturell erfolgreiche und moderne Stadt, aber die Wähler wollen offenbar mehr Menschlichkeit und soziale Gerechtigkeit in der Politik. Für all das steht die KPÖ-Spitzenkandidatin Elke Kahr, und deshalb ist sie auch gewählt worden. Der Wähler hat bekanntlich immer recht, ganz egal, wie unerklärbar oder verrückt seine Entscheidung auch ausfällt. Die „betroffenen“ Politiker müssen jetzt rasch analysieren, was die Wähler ihnen mit ihrer Wahl sagen wollen!

Mag. Anton Bürger, per E-Mail

Erschienen am So, 3.10.2021

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