„Nicht wie bei Mami“

Ekel-Burger für Häftlinge sorgt für Riesen-Wirbel

Ausland
13.01.2026 08:23

Dieser Burger ist so grässlich, dass man ihn nicht einmal in der Isolationszelle verspeisen will. Die Rede ist vom gefürchteten „Warden Burger“, der speziell und ausnahmslos Häftlingen im Butler County im US-Bundesstaat Ohio serviert wird. Der drohte, zum Politikum zu werden. Doch nicht unter der Wache von Sheriff Richard Jones!

Für die Insassen der Haftanstalt ist es die absolute Höchststrafe: Wer sich nicht benimmt, kommt in Einzelhaft. Dort erwartet sie aber eine noch schlimmere Strafe: Sie bekommen ausnahmslos den berüchtigten „Warden Burger“ serviert. Warum dies zum Politikum zu werden drohte?

Der Hintergrund: Drei Politiker der Demokratischen Partei hatten am 6. Jänner einen Brief veröffentlicht, in dem sie das Butler County Jail ins Visier nehmen. Darin fordern sie das Ohio Department of Rehabilitation and Corrections auf, die Haftanstalt zu überprüfen. Ihre Vorwürfe: Dokumentierte Hinweise auf gefährliche, sich verschlechternde Zustände sowie Verstöße gegen „wichtige Standards“ zur Verpflegung, wonach alle Häftlinge grundsätzlich die gleichen Mahlzeiten erhalten müssen – es sei denn, es gibt medizinische oder sicherheitsrelevante Gründe.

So stellt man sich einen Sheriff vor: Richard Jones, kein Freund von Kompromissen.
So stellt man sich einen Sheriff vor: Richard Jones, kein Freund von Kompromissen.(Bild: Butler County Sheriff‘s Office/Facebook)

Burger zu ekelhaft zum Verzehr
Ins Zentrum der Kritik rückte das sogenannte „Haftanstaltsleiter-Sandwich“, das nur Insassen in den Isolationszellen vorgesetzt bekommen. Dabei handelt es sich um eine undefinierbare braune Masse zwischen zwei Scheiben Weißbrot, die „vollkommen ungenießbar“ sein soll. Angeblich sollen sich darin Tomatenmark, Mehl, Milchpulver, Haferflocken, Bohnen, Putenfaschiertes, Kraut, Karotten, Erdäpfel, Zwiebeln und Sellerie befinden – was von allen bezweifelt wird, die einmal hineinbeißen mussten.

Beschwerde von „drei Trotteln“
Jetzt schoss der für den Knast verantwortliche Sheriff Richard Jones, ein Parteigenosse und Anhänger von Donald Trump, gegen die Kritiker zurück. In einem auf Facebook veröffentlichten Video (siehe unten) attackierte er die Politiker, die er als „die drei Trottel“ bezeichnete, und nannte deren Beschwerde „das Dümmste, was ich in meinem ganzen Leben gesehen habe“.

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Dir schmeckt es nicht? Das hier ist nicht bei Mommy oder Daddy, die dir das Essen kochen. Das ist das Gefängnis. Und du bekommst das nur, wenn du Ärger machst.

Sheriff Richard Jones

Man lege den 400 Insassen auch keine Schokolade aufs Kopfkissen und sage ihnen auch nicht täglich, dass man sie liebe, so Jones süffisant. Auch könne man als Kleidung keinen Anzug, sondern nur einen „gestreiften Jumpsuit mit Nummer drauf“ anbieten. Als Tagesbeschäftigung dürften sich Häftlinge dem „Aufsammeln von Müll“ auf den Highways in Ohio widmen. „Entschuldigt, dass wir ihre Gefühle verletzten“, so Jones.

„Kommt einfach nicht ins Gefängnis!“
Dafür könnten sie sich an Free-TV, drei Mahlzeiten am Tag, „so viel Wasser, wie sie trinken können“, gratis Arztbesuche und eine warme Zelle freuen. „Omas Essen“ aber dürfe man hier wahrlich nicht erwarten. Wer den Warden Burger nicht wolle, „soll schlichtweg nicht ins Gefängnis“, so Jones mit Nachrdruck. Seit 39 Jahren übe er seinen Job aus, ihm fehlt das Verständnis für Feinspitze im Häfn.

Video: Sheriff Jones in einer Stellungnahme

„Dir schmeckt es nicht? Das hier ist nicht bei Mommy oder Daddy, die dir das Essen kochen. Das ist das Gefängnis. Und du bekommst das nur, wenn du Ärger machst“, spricht er in die Kamera.

Laut Jones ist der „Warden Burger“ zudem nahrhaft und wegen der „vielen Ballaststoffe“ gut für die Verdauung. „Der Burger ist vielleicht unsere nahrhafteste Speise im Gefängnis.“ Das habe er sich von einer Ernährungsberaterin bestätigen lassen. Jones ließ sich auch nicht lumpen und biss live bei einer weiteren Pressekonferenz ein großes Stück des Burgers ab, verzog dabei keine Miene.

Klage nur Vorwand
Er unterstellt den drei Demokraten, sie würden nur deshalb Alarm schlagen, weil er „illegale Einwanderer“ in seinem Gefängnis hütet. Mehrmals betont er: „Kommt nicht illegal in dieses Land. Wenn ihr es tut – tut mir leid, dann kommt ihr ins Gefängnis.“ Zumindest in Ohio muss man sich Jones‘ Speiseplan fügen – komme, was da wolle.

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