Ich möchte mich mit diesen Zeilen als Bürger Österreichs bei Ihnen, Herr Anschober, auf das Herzlichste bedanken. Sie haben in einer der härtesten Zeiten Unfassbares geleistet. Es war immer wieder eine Wohltat zu erleben, wie Sie trotz heftigster, auch untergriffiger Attacken in Ruhe und Sachlichkeit Ihre Herkulesaufgabe erledigt haben und sich dabei nie im Ton vergriffen haben. Egal, ob es sich um den Bundeskanzler gehandelt hat, der sich, wenn es ernst wurde, klammheimlich in den Hintergrund verzogen hat, nicht um Ihnen von dort Rückendeckung zu geben, sondern im Gegenteil, um Ihnen in den Rücken zu fallen. Oder ob es sich um den blaubraunen Hassprediger und seine Bande handelte, der in Wirklichkeit alles daran setzt, jede vernünftige Maßnahme wie ein gedungener Spitzel zu sabotieren und dabei nicht davor zurückschreckt, die Ängste und Unsicherheiten der Menschen im Land als Sprengstoff zu nützen, um dieses Land zu spalten. Herr Anschober, Sie bewahrten immer die Ruhe, weil Sie von Ihrer Aufgabe beseelt waren und in dem Bewusstsein handelten, dass diese viel zu groß ist, um wertvolle Zeit und Energie mit den Feiglingen und Saboteuren in der Regierung und in der Opposition zu verschwenden. Leider geht so ein Kraftakt nicht spurlos an einem Menschen vorbei, umso mehr ist zu bewundern, wie Sie mit aller Klarheit und Ehrlichkeit an die Öffentlichkeit getreten sind und Ihren Rückzug vollzogen haben. Herr Anschober, ich werde Sie als Politiker und ganz besonders als Menschen sehr vermissen. Ich wünsche Ihnen das Allerbeste und sage nochmals herzlichst Danke.
Manfred Gerharter, Oberndorf bei Salzburg
Erschienen am Do, 15.4.2021
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