4 Jahre Haft

Raube nach Ladenschluss: „Waffe an Kopf gehalten“

Gericht
14.01.2026 13:33

Am Mittwoch musste sich ein Serbe (30) vor dem Landesgericht für Strafsachen Wien verantworten. Der Mann hatte eine Serie von Überfällen auf Diskonter-Filialen quer durch die Bundeshauptstadt begangen. Dabei ging er besonders grausam vor: Mit einer Airsoft-Pistole versteckte er sich im Gebäude und schlug erst nach Ladenschluss zu!

Der Angeklagte hatte jahrelang selbst im Lebensmittelhandel gearbeitet, zeitweise sogar als stellvertretender Filialleiter. Diese Insider-Kenntnisse soll er gnadenlos ausgenutzt haben: Er kannte Kassen- und Abrechnungsabläufe genau und wusste, wann Mitarbeiter besonders verwundbar waren.

Nach Ladenschluss im Geschäft versteckt
Laut Anklage sperrte sich der Mann nach Geschäftsschluss in den Filialen ein, schlug während der Abrechnung zu und überrumpelte die Angestellten. Nach vier Überfällen passierte zunächst eineinhalb Jahre lang nichts. Erst nachdem er seinen Job verloren und sich von seiner Freundin getrennt hatte, schlug er erneut zu.

Spielzeugwaffe in Leopoldstadt gekauft
Bewaffnet war der Täter laut eigener Aussage mit einer Spielzeugwaffe, die er im 2. Wiener Bezirk gekauft hatte. Für die Opfer machte das keinen Unterschied: „Er war komplett vermummt, hat gesagt, ich soll mich auf den Boden legen, sonst schießt er. Ich hänge ja an meinem Leben“, schilderte eine Mitarbeiterin.

Zitat Icon

Ich habe nur an meine Kinder gedacht. Ich wollte einfach, dass es vorbei ist.

Ein Opfer

In einem weiteren Fall soll er einer Angestellten die Pistole direkt an den Kopf gehalten haben. Eine Kollegin bekam eine Panikattacke. Andere Opfer berichteten von Schreien, Weinen und Todesangst. Zwei besonders traumatisierte Mitarbeiterinnen konnten am Mittwoch nicht vor Gericht aussagen. Viele Betroffene mussten psychologische Hilfe in Anspruch nehmen. „Ich habe nur an meine Kinder gedacht. Ich wollte einfach, dass es vorbei ist“, erzählte eine Frau.

Arbeitslos und hoch verschuldet
Spiel- oder drogensüchtig war der Angeklagte laut eigenen Angaben nicht. Er war jedoch arbeitslos, geschieden und hoch verschuldet – vor allem beim Vermieter und privat. Insgesamt soll er 13.600 Euro Schadenersatz an die Opfer zahlen.

Zitat Icon

Ich will für den Schaden aufkommen, ein normales Leben führen und eine Familie gründen. Ich würde den Opfern gerne ins Gesicht schauen und mich entschuldigen.

Der Angeklagte (30)

Sein Verteidiger Andreas Reichenbach erklärte: „Wir müssen nichts beschönigen. Der Angeklagte ist voll geständig. Es tut ihm wahnsinnig leid. Alle Privatbeteiligten-Ansprüche werden übernommen.“ Auch der Angeklagte selbst zeigte Reue: „Mir tut leid, dass ich so gehandelt habe. Ich will für den Schaden aufkommen, ein normales Leben führen und eine Familie gründen. Ich würde den Opfern gerne ins Gesicht schauen und mich entschuldigen.“

Andreas Reichenbach ist der Verteidiger des Angeklagten.
Andreas Reichenbach ist der Verteidiger des Angeklagten.(Bild: P. Huber)

Das Schöffengericht sprach den 30-Jährigen schuldig wegen des Verbrechens des Raubes. Das Urteil: vier Jahre Haft, nicht rechtskräftig.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt