Nach einem Vermissten-Krimi fanden am Dienstag Ermittler die Leiche von Johanna G. in einem südoststeirischen Waldstück. Ein Cobra-Beamter steht im Verdacht, für den Tod der 34-Jährigen verantwortlich zu sein. Am Mittwoch legte die Polizei eine grausame Chronologie offen.
Das Geständnis im Fall Johanna G. erschüttert das Land. Tagelang galt die Südsteirerin als vermisst, ein Cobra-Beamter geriet ins Visier der Ermittler. Im Verhör gab er die Tat schließlich zu und führte die Polizei zur Leiche der 34-Jährigen – verscharrt in einem Waldstück in der Südoststeiermark.
Chronologie der Bluttat
Bis in die Nachtstunden wurde der 30-jährige Verdächtige einvernommen, am Mittwochvormittag wurde nun die gesamte Chronologie der Bluttat offengelegt. In einer gemeinsamen Pressekonferenz informierten die Polizei und Staatsanwaltschaft Graz die Medien.
„Tat macht uns fassungslos“
Landespolizeidirektor Gerald Ortner: „Es ist nun traurige Gewissheit, die als abgängig gemeldete Frau aus Tillmitsch ist tot. Am gestrigen Nachmittag hat der Beschuldigte ein Teilgeständnis abgelegt. Die Tat macht uns alle fassungslos.“
Rene Kornberger vom Landeskriminalamt Steiermark erläutert: „Am Samstag, dem 10. Jänner, gab es eine Anzeigenerstattung. Die Polizei hielt daraufhin über eine Leiter Einsicht in ihre Wohnung in Tillmitsch.“ Weil niemand öffnete, wurden die Schlösser aufgebrochen. Außerdem wurde der Standort ihres Handys abgefragt.
Diese Abfrage sowie ein Chatverlauf zwischen Johanna und einer Freundin führten schließlich zum Verdächtigen, mit dem sie wohl zuvor mehrere Dates hatte. Sie dürfte die Wohnung wohl spontan verlassen haben, ihrer Mutter fiel auf, dass ihr Geschirr in der Abwasch stand. Manuel M. wurde daraufhin noch in den Nachtstunden kontaktiert, leugnete jedoch, etwas damit zu tun zu haben. Er gab sogar an, seit Dezember keinen Kontakt mehr mit Johanna gehabt zu haben.
Suchaktionen ohne Ergebnis
Nachdem sich der Druck auf ihn erhöht hatte, gab er zu, dass es ein Treffen gab, lieferte jedoch verwirrende Angaben. Es kam zu großen Suchaktionen – bei ihrem Wohnort in Tillmitsch entlang der Lassnitz bis zur Mündung in die Sulm und nahe Kirchberg entlang der Raab, wo ihr Handy – der Verdächtige hat es vermutlich aus dem fahrenden Auto geworfen – zuletzt geortet wurde. Erst am frühen Dienstagnachmittag gab der Verdächtige den Ablageort preis.
„Das Opfer wurde im Erdreich vergraben aufgefunden, im Nahbereich des Wohnortes des Beschuldigten“, sagt Kornberger. Unklar ist noch der genaue Tatort – vermutet wird die Wohnung oder das Auto. Auch die Spekulationen zu einer Schwangerschaft müssen erst durch eine Obduktion geklärt werden.
Der 30-Jährige wurde nun in die Justizanstalt Graz-Jakomini eingeliefert, sagt Christian Kroschl (Staatsanwaltschaft Graz): „Heute wird Untersuchungshaft wegen Verdacht des Mordes verhängt. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren weiter.“
Zwei gestohlene Dienstwaffen
Manuel M. teilte mit dem Opfer Sport als gemeinsames Hobby. Seinen durchtrainierten Körper postete der Verdächtige auf Social Media. Er war seit 2016 bei der Polizei und seit 2021 Teil des Einsatzkommandos Cobra. Wie sich herausstellte, hatte er nicht nur mehrere Waffen im Privateigentum, sondern auch zwei gestohlene Dienstwaffen zu Hause. „Zum Delikt rund um eine Waffe, die in Halbenrain entwendet wurde, wird in einem getrennten Akt ermittelt“, sagt Kornberger.
Gewalttat lief als Vermisstenfall
Ursprünglich wurde die Gewalttat als Vermisstenfall geführt. Diverse Plattformen – etwa Österreich findet euch – riefen zur Suche nach Johanna auf. Ihre Mutter hatte vergangenen Samstag Anzeige erstattet, nachdem sie ihre Tochter nicht erreichen konnte. Mit dieser tragischen Wende hatte ihre Familie nicht rechnen können.
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