Das freie Wort

Irrsinn Lebendtiertransporte

Seit Jahren unterschreibt man Petitionen, und tatsächlich wächst der Handel mit der Ware Tier stetig. Mehr als 40 Millionen Rinder, Schafe und Schweine werden jedes Jahr quer durch Europa gefahren, plus 1,5 Milliarden Hühner. Hinzu kommen Exporte per Lastwagen und Schiff in Drittländer wie die Türkei, den Libanon oder Usbekistan, eine Tortur über Tausende von Kilometern. Es ist ein Milliardengeschäft, bei dem das Leid der Tiere in Kauf genommen wird. Über 90% der Tiere hatten von der Geburt weg schon kein Leben, denn bis zum Tod erleben sie nur die Hölle. Die Tiere werden unterwegs oft schlecht oder gar nicht versorgt, stehen tagelang auf Hängern eng zusammengepfercht, bevor sie entladen werden. Muss es überhaupt sein, dass Schlachttiere lebend durch die Gegend gefahren werden, um dann am Zielort direkt beim Schlachter zu landen? Warum nicht einfach gekühltes Fleisch transportieren, vor allem auf langen Strecken? Bei Erzeugern stoßen solche Forderungen regelmäßig auf taube Ohren, weil der Transport lebender Tiere für sie billiger kommt als der von Schlachtfleisch. Eine Rechnung, die nur aufgeht, weil EU-Recht systematisch missachtet wird. Würden Tiere, wie eigentlich vorgeschrieben, alle paar Stunden vom Laster geholt, um sie zu versorgen und ruhen zu lassen, würde diese Kalkulation gar nicht aufgehen. Auch wehren sich hier die Zuchtverbände, ist der Export doch eine gute Gelegenheit, unerwünschte Tiere wie männliche Kälber, die weder für die Milchproduktion noch für die Mast taugen, gewinnbringend loszuwerden. Die Diskussion um Tiertransporte rückt auch die negativen Folgen einer Fleischproduktion ins Licht, die jedes vernünftige Maß verloren hat. Immer mehr, immer günstiger produzieren, so lautet nach wie vor die Devise. Obwohl das Wachstum auch zulasten von Umwelt und Klima geht. Eine Überproduktion, die zur Folge hat, dass immer mehr Tiere auf eine lange Reise geschickt werden.Die EU muss diesen grausamen Handel unterbinden. Bislang wird die Produktion von Billigfleisch mit Milliarden-Beihilfen gefördert. Es ist an der Zeit, diesen Irrsinn endlich zu stoppen und jene zu fördern, die anständig und maßvoll mit Tieren und Ressourcen umgehen.

Alexandra Heim, Salzburg

Erschienen am Sa, 27.3.2021

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