Das freie Wort

Rücktritte

Die politische Landschaft in Österreich ist ein einziges Trümmerfeld. Beinahe jeder Aktion der Akteure haftet der üble Geruch von Korruption, Freunderlwirtschaft oder zumindest Unfähigkeit an. Jeder patzt Jeden an und vermutet hinter jeder Maßnahme des politischen Gegners nur die finstersten Motive. Begünstigt wird das vor allem dadurch, dass in jeder höheren Funktion in allen Ministerien, Körperschaften, Staatsanwaltschaften und dergleichen nur Parteigünstlinge sitzen, die nach allen möglichen Kriterien, aber keinesfalls nach Qualifikation bestellt wurden. So müssen aktuell zurücktreten: BK Kurz (wegen des Parteiprogrammes der FPÖ „Kurz muss weg“), Gesundheitsminister Anschober (weil er die Pandemie nicht in den Griff bekommt), Bildungsminister Faßmann (weil die Bildungspolitik grundsätzlich chaotisch ist), Innenminister Nehammer (weil er das Wien-Attentat nicht verhindert hat), Finanzminister Blümel (weil auch durch eine Hausdurchsuchung nicht geklärt werden konnte, ob er einen Laptop gehabt hat), Wirtschaftsministerin Schramböck (wegen des Desasters mit dem „Kaufhaus Österreich“), Verteidigungsministerin Tanner (wegen des Maulkorberlasses für das Bundesheer), Verkehrsministerin Gewessler (wegen Glatteis auf den Straßen), alle geimpften Bürgermeister und, und, und . Ich persönlich fordere energisch den Rücktritt von all jenen, die nichts anderes können, als Rücktritte zu fordern, und auch meinen eigenen Rücktritt als Leserbriefschreiber an die „Krone“.

Gerhard Hintermeier, St. Pölten

Erschienen am Mi, 17.2.2021

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