Das freie Wort

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler!

Ich wende mich heute an Sie „aus innrer Not!“ Das Leid der Menschen auf den griechischen Inseln schreit mich an! Betrachten Sie meinen Brief als „Aufschrei“, als Protest! Ich gehe davon aus, dass Sie ein humanistisches Weltbild haben, gegründet auf den allgemeinen Menschenrechten und bezogen auf die Genfer Flüchtlingskonvention. Ich hoffe und vertraue darauf, dass Sie als Mensch Verantwortung übernehmen, wo Sie gefragt sind. „Das Leben stellt die Fragen, Sie haben zu antworten“, um mit den Worten Viktor Frankls zu sprechen. In der humanitären Frage der Migration sind Sie persönlich gefragt. Sie sind aufgerufen, Ihrem Gewissen zu folgen! Es geht um Erste Hilfe – es gibt keine Alternative, rasches Handeln, sprich Evakuierung jetzt, oder Menschen sterben, Kinder erfrieren, Babys verhungern! Ihre Aussage über die „hässlichen Bilder, ohne die es nicht gehe“, ist der Wegweiser in die falsche Richtung! Herr Bundeskanzler, das Leben dieser Kinder liegt in Ihrer Hand! Viktor Frankl sagte: „Der Mensch ist frei, er kann so sein und immer anders sein!“ Herr Bundeskanzler: „Seien Sie anders!“

Monica Daschek, per E-Mail

Erschienen am Fr, 5.2.2021

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