Wie schon in der Abfahrt fanden die Skidamen auch im Super-G eine extrem schnelle Kurssetzung vor. Zusammen mit der schlagigen Olympia-Piste ergab das trotz guter Sicht eine gefährliche Mischung, die neben Holaus auch der Kanadierin Emily Brydon und einigen Schweizerinnen wie dem 16-jährigen Talent Lara Gut zum Verhängnis wurde.
Holaus nach Sturz bewusstlos
Während die anderen Stürze glimpflich verliefen, schlug Holaus nach einem Fahrfehler bei Höchsttempo so hart mit dem Kopf auf dem Schnee auf, dass sie das Bewusstsein verlor und ins Netz flog. Die 24-jährige Speed-Spezialistin aus Tirol, die wegen dreier Kreuzbandrisse erst vor einem Jahr im Weltcup debütiert hatte, wurde mit dem Helikopter nach Turin geflogen.
Dort wurden ein Schleudertrauma sowie ein Seitenband-Einriss im rechten Kniegelenk festgestellt. Holaus musse die Nacht unter Beobachtung im Krankenhaus verbringen und wird voraussichtlich schon am Montag nach Hause geflogen.
MRI-Untersuchung bestätigte Seitenbandeinriss
Am Montag hat eine MRI-Untersuchung des lädierten Knies im Sanatorium Hochrum die Erstdiagnose bestätigte. Holaus blieb über Nacht in der Klinik, am Dienstag sind weitere Untersuchungen angesetzt.
Wie lange die junge Dame aus Brixen im Thale ausfällt steht noch in den Sternen. "Bezüglich dem weiteren Saisonverlauf muss man die genauen Untersuchungen am Dienstag abwarten", sagte ÖSV-Arzt Christian Hoser.
Fischbacher mit Nummer 11 zur Bestzeit
Das alles passierte unmittelbar, nachdem Fischbacher mit Startnummer elf die bis dahin noch eher unbeachtete Bestzeit der mit Nummer zwei gestarteten Suter egalisiert hatte. Die Schweizerin war bisher über Platz 7 nicht hinausgekommen und am Ende daher eine noch viel größere Überraschung als Fischbacher, die zuvor in ihrer Paradesdisziplin Super-G Junioren-Weltmeisterin gewesen war und immerhin schon drei Podestplätze geholt hatte.
Mit diesem Sieg sollte der jungen Salzburgerin, die eine Großcousine von Herman Maier ist, endlich der Durchbruch gelungen sein.
ÖSV-Ladies gelingt Revanche
Den ÖSV-Damen gelang die Revanche für die Abfahrtsschlappe vom Vortag. Mit Fischbacher, Alexander Meissnitzer, Renate Götschl und Elisabeth Görgl kamen gleich vier ÖSV-Damen in die Top Sechs.
In der Weltcup-Gesamtwertung könnte die Situation elf Einzelrennen vor Schluss nicht spannender sein. Einen Tag nachdem sie Nicole Hosp mit ihrem überlegenen Abfahrtssieg die Führung um drei Punkte entrissen hatte, kam Lindsey Vonn über Platz 16 nicht hinaus. Hosp wurde ihrerseits auch nur 14., damit liegen die beiden nun ex aequo in Führung.
Die Deutsche Maria Riesch machte als Dritte im Super-G Boden gut und folgt knapp 100 Zähler dahinter. Der Gesamtsieg im Disziplin-Weltcup ist Riesch aber wohl schon sicher, vor dem letzten Rennen hat sie mehr als 50 Punkte Vorsprung.
Das Ergebnis im Überblick:
1. Andrea Fischbacher (AUT) 1:21,06
1. Fabienne Suter (SUI) 1:21,06
3. Maria Riesch (GER) 1:21,30 +0,24
4. Alexandra Meissnitzer (AUT) 1:21,44
5. Renate Götschl (AUT) 1:21,53 +0,47
6. Elisabeth Görgl (AUT) 1:21,58 +0,52
7. Nadia Styger (SUI) 1:21,65 +0,59
8. Julia Mancuso (USA) 1:21,90 +0,84
9. Anja Pärson (SWE) 1:21,96 +0,90
10. Christine Sponring (AUT) 1:21,97 +0,91
11. Jessica Lindell-Vikarby (SWE) 1:22,02 +0,96
12. Britt Janyk (CAN) 1:22,08 +1,02
13. Martina Schild (SUI) 1:22,10 +1,04
14. Nicole Hosp (AUT) 1:22,15 +1,09
15. Tina Maze (SLO) 1:22,19 +1,13
16. Lindsey Vonn (USA) 1:22,44 +1,38
17. Carolina Ruiz-Castillo (ESP) 1:22,51 +1,45
18. Kelly Vanderbeek (CAN) 1:22,65 +1,59
19. Andrea Dettling (SUI) 1:22,66 +1,60
20. Nadia Fanchini (ITA) 1:22,89 +1,83
21. Marie Marchand-Arvier (FRA) 1:22,91 +1,85
22. Ingrid Jacquemod (FRA) 1:22,99 +1,93
23. Marlies Schild (AUT) 1:23,00 +1,94
24. Stacey Cook (USA) 1:23,05 +1,99
25. Kathrin Zettel (AUT) 1:23,13 +2,07
26. Silvia Berger (AUT) 1:23,14 +2,08
27. Leanne Smith (USA) 1:23,22 +2,16
28. Nadja Kamer (SUI) 1:23,34 +2,28
29. Sarka Zahrobska (CZE) 1:23,40 +2,34
30. Camilla Alfieri (ITA) 1:23,61 +2,55
weiter:
33. Anna Fenninger (AUT) 1:23,70 +2,64
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