Supersieg

Schlierenzauer gewinnt mit Schanzenrekord

Sport
02.01.2008 16:34
Gregor Schlierenzauer ist als Sieger ins neue Springer-Jahr gestartet. Der 17-Jährige flog auf der neuen Olympia-Schanze in Garmisch-Partenkirchen mit der Rekordweite von 141,0 Metern im Finale von Rang fünf auf eins und überflügelte den Halbzeit-Spitzenreiter Janne Ahonen um 1,7 Punkte. Schlierenzauer, der Zweite von Oberstdorf, übernahm damit die Gesamtführung von Thomas Morgenstern, der über Rang sechs nicht hinauskam und jetzt als Zweiter insgesamt 3,2 Punkte zurückliegt.

Morgenstern, Sieger in Oberstdorf, Schlierenzauer vor Ahonen Bester in Garmisch - die 56. Vierschanzen-Tournee steht weiter ganz im Zeichen des Teams von Cheftrainer Alexander Pointner, dem Schlierenzauer das perfekte Geschenk am 37. Geburtstag bereitete. 

Nach vier zweiten Plätzen, dreimal hinter Morgenstern, gelang dem zuletzt vom (Wind)-Pech verfolgen Tiroler der große Coup. "Ich war die ganze Saison knapp dran, jetzt ist es mir wirklich geglückt, ganz oben zu stehen. Ich bin so happy, das ist gewaltig", freute sich der Teenager, mit 17 ist er einer der jüngste ÖSV-Adler.

"Ich glaube, ich hab es auch voll verdient"
Der Stubaitaler, der Tournee-Gesamt-Zweite des Vorjahres, feierte seinen insgesamt sechsten Weltcupsieg, den dritten bei der Tournee nach den Erfolgen bei der Premiere 2006/07 in Oberstdorf und Bischofshofen. "Ich habe bis zum Schluss gekämpft, heute ist alles aufgegangen. Ich glaub', ich hab' es auch voll verdient. Jetzt darf ich als Tourneeführender nach Hause auf den Bergisel", jubelte Schlierenzauer. Er ist nun voll im Rennen um den Tourneesieg. "Die Tournee wird beim letzten Sprung in Bischofshofen entschieden, ich hoffe, ich kann ein Wörtchen mitreden."

Cheftrainer Pointner hatte angesichts der Halbzeitränge fünf und acht (Morgenstern) auf die Kämpferherzen seiner Springer gehofft. Nicht vergebens. "Ich habe verzweifelt auf mein Geburtstagsgeschenk gewartet, der zweite Sprung vom Schlieri war es dann", sagte der Coach zufrieden.

Ahonen sinnt auf die Innsbrucker Schanze
Ahonen hatte im ersten Durchgang 139,0 m vorgelegt, an dieser Weite scheiterten auch die Österreicher klar. Schlierenzauer kam auf 132,0 m, Morgenstern nahm angesichts dieser Marke zu viel Risiko, musste schon bei 129,5 m zu Boden und landete im Finale bei 133,0 m. Damit war seine überlegene Tourneeführung dahin, er ist vor dem Bewerb in Innsbruck am Donnerstag Zweiter, nur 0,2 Punkte vor dem drittplatzierten Ahonen. "Ich bin enttäuscht, weil ich mit meinen Sprüngen nicht zufrieden bin", sagte der siebenfache Saison-Gewinner. "Jetzt freue ich mich auf Innsbruck, dort bin ich bei jeder Tournee in Form gekommen."

Der weiterhin überlegene Weltcup-Spitzenreiter führt den "Rückfall" (sein schwächstes Saisonresultat nach sieben Siegen und einem dritten Rang) auf Probleme mit der Anfahrtshocke zurück. "Da hat etwas nicht gestimmt, das muss ich mir am Video anschauen. Der Ruhetag kommt zu rechten Zeit."

Schlierenzauer verhinderte, dass Ahonen das Jubiläum seines 100. Podestplatzes im Weltcup mit einem Sieg begehen konnte. Das 30-jährige Tournee-Urgestein mit 16 Teilnahmen (nur der Japaner Noriaki Kasai hat eine mehr) darf sich aber weiterhin Hoffnungen auf den fünften Gesamtsieg machen. Damit würde er Jens Weißflog überflügeln und wäre alleiniger Rekordhalter.

Kofler und Koch enttäuscht
Andreas Kofler vermochte bei seinem Comeback nach dem Sturz in Oberstdorf mit Schmerzen nicht an seine frühere Topform anzuschließen und belegte Rang 20. "Ich muss mich langsam wieder von Schritt zu Schritt steigern. Man ist natürlich auch ein bisserl verunsichert, es war ja erst der dritte Sprung nach meinem Crash", sagte der 23-jährige Tiroler. Wolfgang Loitzl verbesserte sich im Finale um zwei Plätze auf Rang zehn, Martin Koch landete an der 14. Stelle und vermochte damit seine Trainingsleistungen nicht ganz zu wiederholen.

Die Vierschanzen-Tournee wird am Freitag mit dem Bewerb am Bergisel in Innsbruck fortgesetzt. Letzte Station ist am Sonntag Bischofshofen.

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