12.12.2007 17:04 |

Her mit Klischees!

Jessica Schwarz, Benno Fürmann & die Vorurteile

Attraktiv, erfolgreich und unglaublich sexy: Katrin (Jessica Schwarz) ist der Traum jedes Mannes. Zumindest so lange, bis sie nicht versucht, ihr zu großes Auto in eine zu kleine Parklücke zu zwängen, und dabei das protzige Sportcabrio von Frauenschwarm Jan (Benno Fürmann) beschädigt. Ein kleiner Unfall, der - Hand aufs Herz, meine Damen - jeder von uns schon einmal passiert ist. Oder etwa doch nicht? Der gute Jan bemerkt den Schaden vom Fenster aus. Lässt seine Eroberung Melanie allein in der Wohnung zurück und läuft Katrin durch den Regen nach. Der Beginn einer großen Liebe und eine Szene, wie sie selbst Rosamunde Pilcher nicht schöner hätte beschreiben können.

Und hier sind wir schon beim nächsten Punkt: der Schilderung. Denn wie es sich für einen Lehrfilm gehört, sind die einzelnen Szenen schematisch geordnet und mit "wissenschaftlichen" Erläuterungen unterlegt. So erfährt der Zuschauer, warum Jan trotz perfekter Beziehung auf die Schlüsselreize anderer weiblicher Wesen, wie beispielsweise das Dekolleté seiner Sekretärin Angie, durchaus empfänglich reagiert.

Es ist nicht unsere Schuld!
Oder wieso Katrin, obwohl sie einen muskulösen Frauenschwarm daheim hat, den Baggerversuchen des erfahrenen Schwerenöters Jonathan Armbruster (herrlich komisch mit Schweizer Dialekt und langen Haaren kaum wieder erkennbar: Uwe Ochsenknecht) positiv gegenübersteht. Und weshalb Jan versucht, sein "Revier" mit diversen lächerlichen Brunftgebärden zu markieren. Entwarnung an dieser Stelle an alle, die schon einmal ähnlich gehandelt haben. Es ist nicht unsere Schuld! Vielmehr sind das Überbleibsel aus der Neandertalerzeit, die wir von unseren Vorfahren "geerbt" haben.

"Dank des Films werden wir alles über das schwierige Verhältnis der Geschlechter verstehen und können sogar darüber lachen", ist sich Jessica Schwarz ihrer Rolle bewusst. Mit dem Klischee der schlechten Autofahrerin hat die 30-jährige Aktrice, die auch für den Film "Das Parfum" vor der Kamera stand und durch ihre Liaison mit "Goodbye Lenin"-Star Daniel Brühl für Schlagzeilen sorgte, privat nichts am Hut: "Ich bin eine leidenschaftliche Autofahrerin, und ich - das können Sie mir jetzt glauben - parke gern und gut ein. Wahrscheinlich gehöre ich zu den 34 Prozent jener Frauen, die tatsächlich einparken können."

Nackter Hintern auf 20 Seiten
Probleme anderer Art hatte Benno Fürmann am Set zu bewältigen. So musste er schon mal "Hosen lassen". Aber der 35-Jährige nimmt’s sichtlich gelassen. "Wenn im Drehbuch auf 20 Seiten ein nackter Hintern erwähnt wird, ahnt man als Schauspieler, was da auf einen zukommt. Aber es kann auch befriedigend sein", meint er schmunzelnd. Privat will der Beau nicht das Klischee von Filmheld Jan erfüllen. Kann er besser zuhören oder einparken? Fürmann: "Also, ich glaube, ich weiß, wann man den Mund hält. Einparken kann ich auch - ich würde sagen, ich kann beim Autofahren gut zuhören!"

Apropos zuhören. Die Musik zum Leinwandspaß des deutschen Regisseurs Leander Haußmann stammt von niemand Geringerem als Komponisten-Legende James Last. Und wie singt Annett Louisan im Titellied "Der kleine Unterschied" so treffend: "Das mit dir und mir, das sieht verdammt nach Arbeit aus!" Eine Arbeit, die sich dank Happy End zumindest für unser Filmpaar lohnt. ("Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken", ab 14. Dezember im Kino.)

Von Eva Schweighofer, Kronen Zeitung

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