„Ich habe mein Leben lang getrunken“, gesteht Muriel Baumeister jetzt im Talkformat „Wendepunkte“ des deutschen Selbsthilfevereins SEKIZ e. V. und rechnet darin schonungslos offen mit ihrer Vergangenheit als Alkoholikerin ab.
Der Weg in ein nüchternes Leben sei hart gewesen, gab Muriel Baumeister zu. Denn Alkohol sei lange „normal“ in ihrem Leben gewesen. Zuerst habe sie nur gelegentlich etwas getrunken, dann immer mehr. „Zu viel“, wie die gebürtige Österreicherin jetzt erklärte.
Champagner zum Frühstück
„Wenn du irgendwann anfängst, allein zu trinken, und Sorge hast, wenn kein Alkohol zu Hause ist, dann sollte man anfangen, sich Gedanken zu machen“, sprach die 54-Jährige jetzt eine eindeutige Warnung aus.
Wann der Wendepunkt kam? Als ihre beste Freundin, eine Ärztin, sie zur Rede gestellt habe, erklärte Baumeister, die mittlerweile seit fast 10 Jahren trocken ist. Sie habe sie direkt darauf angesprochen und gesagt: „Ich gucke mir das nicht mehr an!“
Ihre Sucht habe schon in jungen Jahren angefangen, gab Baumeister im Talkformat „Wendepunkte“ zu: „Es gab hier mal einen Champagner morgens zum Frühstück, wenn man irgendwo war.“ Schon in einem früheren „Bunte“-Interview erinnerte sich die Schauspielerin an einen Abend mit Freunden, an dem sie „zehn Gin Tonic getrunken“ habe – „ohne nennenswerte Auswirkungen. Für normale Leute unvorstellbar.“
Morgens übergeben – und weitergetrunken
Jetzt sprach sie auch über die Folgen ihrer Alkoholsucht: Sie habe an einer permanenten Magenschleimhautentzündung gelitten, sich jeden Morgen übergeben. Habe danach aber „trotzdem direkt wieder Alkohol, meistens Weißwein, in mich reingeleert“.
Auslöser für ihre Alkoholsucht habe es nicht gegeben, erklärte Baumeister. Aber die Geburt ihrer dritten Tochter habe alles „potenziert“: „Die pränatale Depression hat die Sache sehr verstärkt.“
Dann der Schock: Im Oktober 2016 war Baumeister mit 1,4 Promille mit dem Auto unterwegs, streifte beim Parken eine Leitplanke. Im Auto saß auch ihre Tochter. „Ich habe mich normal gefühlt und das war eigentlich das Schlimme“, so Baumeister rückblickend.
Baumeister ließ sich in Psychiatrie einweisen
Es folgte ein öffentliches Gerichtsverfahren, danach suchte sich Baumeister Hilfe – gleich zweimal. Doch vergebens. „Ich habe versucht, eine Möglichkeit zu finden, kontrolliert zu trinken“, erinnerte sich die Schauspielerin zurück, dass sie damals nach Ausflüchten gesucht habe. Heute wisse sie, dass man erst dann auf dem Weg der Besserung sei, „wenn du begriffen hast, dass das nicht geht“.
Das war so schrecklich, da wollte ich nie wieder hin.
Muriel Baumeister über ihren Aufenthalt in der geschlossenen Psychiatrie
Erst beim dritten Anlauf der Wendepunkt: Baumeister ließ sich Ende 2017 in eine geschlossene Psychiatrie der Berliner Charité einweisen. „Das war so schrecklich, da wollte ich nie wieder hin“, sagte sie nun über die drastische Entscheidung, die rückblickend aber die richtige gewesen sei.
Doppelmoral in Schauspielbranche
„Seit fast zehn Jahren“ sei sie jetzt trocken, und dennoch weiß sie: „Es gibt jeden Tag einen Moment, wo es kippen könnte.“ Deshalb gebe es bei ihr daheim auch gar keinen Alkohol – auch nicht zum Kochen.
Auch über die Doppelmoral in der Schauspielbranche sprach Baumeister. Denn während ihr öffentlicher Absturz mit einem Karriereknick einhergegangen sei, könnten sich Männer „zu Tode saufen“. Namen wolle sie keine nennen, so Baumeister, aber „die flechten dann werbewirksam einen Korb und dann war es das“.
Mittlerweile könne sie diese Ungleichheit ganz nüchtern hinnehmen. „Man denkt, das Leben ist vorbei“, so Baumeister. „Aber es kommt etwas anderes stattdessen.“
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