Otto Gumpinger

Interpol soll Quittungen prüfen!

Der Landes-Rechnungshof könne nicht alle Millionen-Subventionen von Oberösterreich nach Osteuropa verfolgen, um dort jede Unterschrift auf jedem Rechnungsbeleg zu überprüfen. Nur Interpol und Staatsanwaltschaft könnten einen weiteren Untreueverdacht gegen den vorläufig verurteilten Linzer ÖVP-(Ex-)Landtagsabgeordneten Otto Gumpinger (51) untersuchen, raten Juristen den Politikern.

Auch den aktenkundigen Ankläger und untersuchenden Richter überraschte unsere Enthüllung, dass der angeklagte Familienbundpräsident und subventionierte Multivereinsobmann mit dem Linzer ÖVP-Gemeinderat Martin Sonntag auch ein Call-Center in der Ukraine betreibt: „Das habe ich nur deshalb verschwiegen, weil es mit der Sache überhaupt nichts zu tun hat“, sagt Gumpinger.
Seine 37-prozentige Beteiligung an einer österreichischen Firma im Billiglohn-Ausland sei nicht strafbar.

Freilich, solange nicht karitativ und lukrativ verquickt wurden. Doch im Schlepperakt ist auch von einem Fälschungsverdacht von Empfangsbestätigungen zu lesen. Was den bösen Verdacht nährt, der ukrainische Stützpunkt mit 30 MitarbeiterInnen könne auch dazu gedient haben, Quittungen für die widmungsgemäße Verwendung der oberösterreichischen Steuergelder zu besorgen.

„Bei uns ist nie irgendetwas in diese Richtung organisiert worden“, beteuert Gumpingers Geschäftspartner Sonntag, nur seriöse Aufträge anzunehmen: Seine MSV-Telemarketing GmbH habe lediglich um 1400 Euro für Gumpingers Familienbund Mitgliedsbeiträge eingetrieben und für die ÖVP nur minimale Dienste vor den Wahlen erledigt. Gumpinger hätte nur den Standort und den Geschäftsführer vermittelt, weil er dort Kontakte hat.

Die Roten wollen die Schwarzen jetzt mit parlamentarischen Anfragen nerven: Warum die VP-Landespolitik von den VP-Bundesministerien nichts von den Ermittlungen erfuhr, die seit sechs Jahren gegen Gumpinger liefen…









Foto: Chris Koller

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Montag, 21. Juni 2021
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