Winokurow wies in seiner Erklärung auf Fehler im Zusammenhang mit der Behandlung nach seinem Unfall bei der Tour hin. Der Kasache fühlt sich verfolgt: "Es hat vor Monaten begonnen, heute wollen sie mich zerstören", betonte der Astana-Kapitän. "Es ist eine Schande, die Tour so zu verlassen, aber ich möchte keine Zeit verschwenden, meine Unschuld zu beweisen."
Astana-Team suspendierte Winokurow
Winokurows Team Astana hatte am Dienstag bekanntgegeben, dass sein Kapitän am Samstag nach seinem Sieg im Zeitfahren in Albi einen Dopingtest nicht bestanden habe und deshalb suspendiert worden sei. "L'Equipe" hatte zuvor auf ihrer Homepage gemeldet, dass Winokurow des Blutdopings überführt worden sei. Eine Analyse im Labor Chatenay-Malabry habe ergeben, dass sich der 33-Jährige mit Fremdblut gedopt habe. Winokurow gewann bei der laufenden Tour auch noch die Montag-Etappe, lag aber vor der 16. Etappe am Mittwoch mit 28:21 Minuten Rückstand nur an 23. Stelle des Gesamtklassements.
"Ich wollte es mir und allen zeigen"
In der A-Probe von Winokurow seien zwei verschieden Arten von roten Blutkörperchen gefunden worden. Dies deute darauf hin, dass er kurz vor dem Rennen Blut von einem passenden Spender erhalten haben müsse, schrieb "L'Equipe". Auch nach Winokurows zweitem Etappensieg am Montag sei ein Test gemacht worden, die Ergebnisse stünden noch aus.
Im Zeitfahren am Samstag triumphierte Winokurow klar mit 1:14 Minuten Vorsprung auf den Australier Cadel Evans. "Ich wollte es mir und allen zeigen, dass ich noch nicht geschlagen bin. Ich habe alles aus mir rausgeholt", hatte der Olympia-Zweite von Sydney 2000 damals im Ziel erklärt. Auf der ersten Pyrenäen-Etappe am Sonntag erlitt er dann einen totalen Einbruch und verlor gar 28:50 Minuten auf den dänischen Spitzenreiter Rasmussen, ehe er dann am Montag in Loudenvielle-Le Louron seinen zweiten Etappensieg feierte.
Rasmussen und Sinkewitz im Visier der Doping-Fahnder
Auch Tour-Spitzenreiter Rasmussen steht wegen Unregelmäßigkeiten unter Doping-Verdacht. Ihm wird vorgeworfen, vor der Tour mehrfach seine Meldepflicht für unangemeldete Dopingtests verletzt zu haben. Er gab dies zwar zu, bezeichnete es aber als "Verfahrensfehler". Allerdings gestand er auch, dass er während seines zweijährigen Aufenthalts bei seiner Familie in Mexiko und in diesem Jahr an seinem Wohnort in Monaco abseits von Wettkämpfen "noch nie getestet" worden sei.
Das deutsche T-Mobile-Team hatte bereits in der vergangenen Woche seinen deutschen Fahrer Patrick Sinkewitz suspendiert, nachdem bei der Untersuchung einer bereits in Juni genommenen Dopingprobe ein überhöhter Testosteron-Wert festgestellt worden war. ARD und ZDF hatten daraufhin ihre Berichterstattung über die Frankreich-Rundfahrt eingestellt. Die B-Probe von Sinkewitz wird am kommenden Dienstag geöffnet.
Erst seit den Olympischen Spielen 2004 in Athen lässt sich Blutdoping nachweisen. Olympiasieger Tyler Hamilton aus den USA war der Erste, der wegen Blutdopings gesperrt wurde.
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