19.06.2007 17:03 |

Suchtgiftring

Polizei gelingt Schlag gegen Drogenbande

Die Wiener Kriminalpolizei hat einen landesweit operierenden Suchtgiftring ausgehoben. Zu der Bande sollen mehr als 130 Personen gehören. Die Behörden ermittelten rund ein Jahr, 58 Personen wanderten in U-Haft. Die Organisation soll 800 Kilo Cannabis und fünf Kilo Kokain aus den Niederlanden und Serbien nach Wien geschmuggelt und in mehreren Bundesländern verkauft haben. Gesamtwert: 8,3 Millionen Euro.

Sichergestellt wurden fast 65 Kilo Haschisch, mehr als 57 Kilo Marihuana, über eineinhalb Kilo Kokain sowie etwas Heroin und Designerdrogen im Straßenverkaufswert von 1,3 Millionen Euro. Dazu wurden fast 100.000 Euro Bargeld, gefälschte Dokumente, Einbruchswerkzeug, gestohlene Markenbrillen und Falschgeld gefunden.

Außerdem stellten die Beamten sieben Pistolen, drei Schlagringe und eine Stahlrute sicher. Laut Polizei soll sich der aus "Restjugoslawien" stammende Teil der Organisation durch große Gewaltbereitschaft hervorgetan haben. So sei es vorgekommen, dass einem Randmitglied ein Bohrer an den Kopf gesetzt und gedreht worden sei.

Der Ring hat offenbar aus drei Gruppen zusammengesetzt: Zwei der Gruppierungen bestanden im Wesentlichen aus Österreichern, wobei die jüngeren für den Vertrieb der Drogen zuständig waren und die älteren für den Schmuggel. Zum Transport der in den Niederlanden beschafften Drogen wurde eigens eine Spedition gegründet und ein Sattelzug geleast. Im Sinne der perfekten Organisation pflegte ein anderes Fahrzeug in einiger Entfernung vorzufahren und allfällige Polizeikontrollen zu melden. Daneben betrieben Mitglieder der Organisation eine Marihuana-Plantage im burgenländischen Stoob.

Sozusagen Nebenprodukt der Ermittlungen: Die Kriminalbeamten klärten 24 Einbruchsdiebstähle, 16 davon in Firmenfahrzeuge, bei denen es die Täter auf Arbeitsgeräte abgesehen hatten, sowie einen Raubüberfall im Bereich eines Wettbüros.

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