Krimi wie im Roman

Bundesheer-Spion prahlte mit Russen-Kontakten

Trotz Protesten aus Russland gegen die Verhaftung des 51-jährigen Vladimir V. in einer mutmaßlichen Bundesheer-Spionage-Affäre wurde über den Verdächtigen am Donnerstag die Untersuchungshaft verhängt. Der zweite Tatverdächtige, der Vizeleutnant Harald S. (50) aus Hörsching, sitzt in Wien ebenfalls in U-Haft.

Der oberösterreichische Unteroffizier soll dem russischen Top-Agenten Elektronik-Baupläne vermutlich vom deutschen Eurokopter „Tiger“ vermittelt haben. Seit früheren Aussagen als Zeuge vor einem deutschen Gericht waren Beamte des Verfassungsschutzes hinter dem Vizeleutnant her, nahmen ihn und den verdächtigen Russen, der mehrere tausend Euro bei sich hatte, am Montag fest.

Harald S., Flugtechniker beim Fliegerregiment 3 in der Vogler-Kaserne, soll aus seinen „guten russischen Kontakten“ kein Hehl gemacht haben. So wird kolportiert, dass er für eine Flugschau des inzwischen suspendierten Air-Chiefs Erich Wolf russische Piloten organisiert habe.

Der Sprecher der russischen Botschaft protestierte gegen die Verhaftung seines verdächtigen Landsmannes: Vladimir V., der bis 2001 als Handelsattaché in Wien akkreditiert war, sei Angestellter der russischen Raumfahrtsbehörde, müsse sofort freigelassen werden.

 

 

 

Foto: Chris Koller

Dienstag, 22. Juni 2021
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