01.02.2007 08:27 |

Dramatische Rettung

Britische Polizei vereitelt Geiselhinrichtung

Mit der Festnahme mehrerer Terrorverdächtiger hat die britische Polizei offenbar die Hinrichtung einer Geisel vor laufender Kamera vereitelt. Bei einem Großeinsatz in Birmingham wurden am Mittwoch neun Terrorverdächtige festgenommen. Aus Sicherheitskreisen verlautete, die Verdächtigen hätten einen Menschen entführen, köpfen und das Hinrichtungsvideo im Internet veröffentlichen wollen.

Das Opfer sollte demnach ein muslimischer Soldat sein. Innenminister Reid betonte die "reale und ernste Natur" der terroristischen Bedrohung in Großbritannien.

Nach Informationen der Londoner Abendzeitung "Evening Standard" sollte mit dem Hinrichtungs-Video Premierminister Blair erpresst werden, die britischen Truppen aus dem Irak abzuziehen. "Der Druck auf den Premierminister wäre unvorstellbar geworden", zitierte das Blatt einen namentlich nicht genannten Informanten aus Sicherheitskreisen.

Opfer wurde gewarnt
Acht Verdächtige wurden nach Behördenangaben am Morgen in überwiegend muslimischen Vierteln Birminghams festgenommen, ein neunter Verdächtiger am Nachmittag auf einer Autobahn nahe Birmingham. Als Opfer der Hinrichtung vor laufender Kamera sei ein junger Soldat bestimmt worden, hieß es aus Sicherheitskreisen.

Er sei vor kurzem von der Polizei, die seit sechs Monaten in dem Fall ermittle, gewarnt worden und stehe seither unter Personenschutz. Die Entführung stand demnach unmittelbar bevor. Der Plan erinnere an den Fall des Briten Ken Bigley, der 2004 im Irak entführt worden war. Die Entführer hatten Bigley geköpft und ein Video der Hinrichtung im Internet veröffentlicht.

Zweithöchste Terrorismus-Gefahrenstufe
In Großbritannien galt nach Geheimdienstangaben die zweithöchste Terrorismus-Gefahrenstufe. Das Innenministerium erklärte, die Festnahmen seien Teil eines "landesweiten Einsatzes" gewesen.