09.12.2017 12:50 |

Nach einem Monat

Eltern von Flüchtlingsbub in Bayern ausgeforscht

Gute Nachrichten für den fünfjährigen Flüchtlingsbuben, der Mitte November zusammengekauert unter dem Flachwagen eines Güterzugs am Grenzbahnhof Brenner gefunden wurde: Seine Eltern und die vierjährige Schwester konnten in einer Flüchtlingseinrichtung im bayrischen Deggendorf ausfindig gemacht werden. Das Wiedersehen mit Anthony könnte jedoch schwer werden.

Wie die Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" am Samstag berichtete, stammen Anthonys Eltern aus Freetown, der Hauptstadt des westafrikanischen Staates Sierra Leone, wo sie Obst verkauften. Am 15. Juli war die vierköpfige Familie nach einer Seefahrt über das Mittelmeer in Kalabrien gelandet. Nach zwei Monaten in einem Flüchtlingslager nahe der süditalienischen Stadt Caserta sei die Familie am 13. November in Richtung Mailand abgefahren, um von hier aus über den Brenner und Innsbruck per Zug Deutschland zu erreichen.

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Ermittler zweifeln an Aussage von Anthonys Vater
Begleitet wurde die Familie eigenen Angaben zufolge von einem Bruder des Mannes. Auf dem Bahnhof von Verona sei der Onkel mit dem Kind verschwunden, berichteten die Eltern. Sie hätten zwar die Polizei in Verona um Hilfe gebeten, diese sprach jedoch kein Englisch. "Ich dachte, dass Anthony und mein Bruder in einen Zug nach Deutschland eingestiegen sind, weil wir dorthin wollten. Wir haben den nächsten genommen. Doch bei der Ankunft in Augsburg waren die beiden nicht dort", berichtete der 30-jährige Vater James.

Die Ermittler halten seinen Bericht jedoch für unglaubwürdig. Der Bub habe nie von einem Onkel gesprochen.

Wiedersehen könnte schwierig werden
Die Familie hofft, Anthony wieder bald sehen zu können. Dies könnte jedoch schwierig werden. Die Bozner Staatsanwaltschaft ermittelt in dem Fall. Sollten die Eltern nicht beweisen können, für das Kind aufzukommen, wird Anthony zur Adoption freigegeben.

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