Rotkreuz-Einsatz

Helfen im größten Flüchtlingslager

Bei der Bewältigung der Flüchtlingskatastrophe der aus Myanmar vertriebenen muslimischen Rohingya hilft das Rote Kreuz an vorderster Front. Die Oberösterreicher Robert Schmidt (Steyr) und Michael Ploberger (Enns) meldeten sich dafür freiwillig. Für Ploberger (33) wird es der erste Rot-Kreuz-Einsatz im Ausland sein.

"Krone": Sie sind erstmals bei einem internationalen Hilfseinsatz dabei - sind Sie schon recht nervös?
Michael Ploberger: Ich war tatsächlich schon einmal entspannter - je näher der Freitag, mein Abreisetag, rückt, desto aufgeregter werde ich. Denn trotz bester Vorbereitung muss man natürlich jederzeit damit rechnen, dass auch völlig Unvorhersehbares eintritt.

"Krone": Sie sind im derzeit größten Flüchtlingslager der Welt in Bangladesch eingesetzt, was wird dort Ihre Aufgabe sein?
Ploberger: Ich bin bei der Trinkwasseraufbereitung tätig. Bei derzeit 1,2 Millionen Menschen und prekären hygienischen Verhältnissen ist das Grundwasser mittlerweile mit Fäkalkeimen verseucht. Es mussten schon etliche Brunnen gesperrt werden, außerdem ist der Boden arsenhaltig. Dazu kommt, dass die Regenzeit vorbei ist und Brunnen austrocknen.

"Krone": Welche Aufgaben hat Ihr Kollege Robert Schmidt?
Ploberger: Er hilft beim Aufbau der Telekommunikation.

"Krone": Sie werden aufgrund des Einsatzes weder Weihnachten noch Ihren oder den Geburtstag Ihrer Freundin zu Hause feiern können.
Ploberger: Kein Problem, denn auch nächstes Jahr gibt es wieder Weihnachten.

Interview: Jürgen Pachner, Kronen Zeitung

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